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Hörspiel auf SRF 1: »Als wenn es noch einen Weg gäbe. Robert Walsers Spaziergänge im Dunkel des Seins«
Robert Walser-Zentrum
»Robert Walsers Spaziergänge im Dunkel des Seins« - so nennt der Regisseur Stefan Weber im Untertitel sein Feature über den solitären Schweizer Dichter. Webers langjährige Beschäftigung mit den Absonderlichkeiten der Walserschen Existenz bereitet den Weg zu seinem neuen SRF-Hörspiel »Der Gehülfe«. Robert Walser, geboren 1878 in Biel, gestorben 1956 auf einem Schneefeld im Appenzell, ging zeitlebens den Nebenweg, fernab der schnellen Welt, eingebunden ins stille Ich. Man sieht es, meinte er, den »Wegen im Abendlicht an, dass es Heimwege sind«. Das Zuhause ist für ihn dort, wo er nicht ist: in seiner Sehnsucht. Die Wohnadressen wechselt er wie Unterhosen. Er unternimmt Gewaltmärsche. Von der Liebe kann er nur träumen, von seinen vereinzelt in Zeitungen publizierten »Prosastückli« gerade so leben. Drei Romane nur veröffentlicht er. Vom literarischen Hochadel verehrt - Kafka, Musil, Tucholsky, Canetti und vielen mehr-, bleibt Robert Walser im Volk, eben dort wo er atmen könnte, ungelesen. Also verstummt er. Die letzten fast dreissig Jahre seines Lebens verbringt er in den Heil- und Pflegeanstalten von Bern und Herisau. Bei seinem Tod ist er schon so vergessen, dass er später wieder neu entdeckt werden muss. Mit: Christoph Künzler, Dieter Stoll und Kathrin Thurm Zusammenstellung, Aufnahmen, Klangdesign und Regie: Stefan Weber Produktion: ORF 2020 Dauer: 38'
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Premiere! Hörspiel auf SRF 2 »Der Gehülfe«
Robert Walser-Zentrum
Erste Hörspiel-Adaption des Romans von Robert Walser über die prekäre Existenz eines Angestellten. Schauplatz ist die herrschaftliche Villa Abendstern am Zürichsee. Der Eintritt der Hilfskraft Joseph Marti in das Reich des Erfinders Tobler und seiner Frau scheint eine groteske Untergangsmechanik in Gang zu setzen. In »Der Gehülfe« verarbeitete Robert Walser sein eigenes Erleben als Büroangestellter bei dem Wädenswiler Ingenieur Carl Dubler im zweiten Halbjahr 1903. Dessen Erfindungen einer Reklameuhr, eines Schiessapparates oder eines Krankenstuhls übernahm der junge Dichter für seinen zweiten Roman, den er 1907 in Berlin zu Papier brachte. Im Getöse der Grossstadt imaginierte Walser die beschauliche Zürcher Seegemeinde Bärenswil, von wo aus der in Tobler unbenannte Start-upUnternehmer (wie man heute sagen würde) die Welt mit seinen innovativen Produkten zu erobern versucht. Der Erfolg will sich jedoch nicht einstellen, und die Finanzen werden knapp. Der umtriebige Genussmensch Tobler, dem drohenden Ruin zum Trotz, lässt sein Anwesen immer weiter aus- und umbauen und rauschende Feste feiern. In seiner akustischen Umsetzung konzentriert sich der Schweizer Klangkünstler Stefan Weber auf den kammerspielartigen Kern des Romans. Joseph Marti, ausgeliefert den Launen und Verzweiflungen des Herrn Tobler und gleichzeitig angezogen vom sublimen Begehren der Frau Tobler, versucht sich zwar mit dem Selbstbewusstsein des jungen Aussenseiters abzugrenzen, verliert sich jedoch mehr und mehr in luftig verwegenen Träumereien. Der Untergang des Hauses Tobler bleibt auch den Bürgerinnen und Bürgern von Bärenswil nicht verborgen, die ihn heimlifeiss vergnügt aus nüchterner Distanz beobachten: »Da oben liegt es, still und winterlich vereinzelt, als fröre es ein wenig. Von den Nachbarkaminen steigen zarte, bläuliche Rauchsäulen auf, sich in der grauen Luft verbreitend. Die Landschaft scheint Augen zu haben, und dieselben zu schliessen, ganz ruhig, um nachzudenken.« Mit: Maria Fuchs (Joseph Marti), Urs Jucker (Carl Tobler), Sylvie Rohrer (Frau Tobler), Carina Braunschmidt und Gottfried Breitfuss (Die Bärenswiler) Dramaturgie: Reto Ott (SRF), Philip Scheiner (ORF) - Hörspielfassung, Aufnahmen, Klangdesign und Regie: Stefan Weber Produktion: SRF/ORF 2025 Dauer: ca. 55'
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Uraufführung in Zürich:
Uraufführung in Zürich:
Du denkst vielleicht, was hör ich da, und ich sage dir – es ist die Waschmaschine
Robert Walser-Zentrum
Musiktheater von Ruedi Häusermann mit Texten von Robert Walser. Regie und Komposition: Ruedi Häusermann Wieder und wieder findet der Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann in Robert Walsers Weltsichten scharfsinnige Entsprechungen zu dem, was ihn als Mensch und Künstler beschäftigt, so auch in seinem neusten Theaterabend für das Schauspielhaus Zürich. Ein Meister war Robert Walser darin, das scheinbar Nebensächliche wachsen zu lassen. Er verehrte zaudernde Wölkchen, träumerische Unwissenheit oder gedankenlose, weil nur gedachte Gedanken, und folgert: »Seriöseste Menschen haben mitunter eine Langezeit nach der Ungezwungenheit des Spielens.« Nicht zuletzt darum wird Häusermann selbst mit seinem Trio und dem Streichquartett Kubus Kollektiv auf der Bühne sein, gemeinsam mit drei Schauspieler*innen konzertierend und spielend. Der Sound einer Waschmaschine hier, das Rauschen einer akribisch ausgeführten Komposition dort. Das eine im anderen zu erleben, wird zum lustvollen Spiel. Alltags-Petitessen in einer Stadtfassade aus Papier verwickeln sich in Gedanken über das Menschsein. »Wo die Ferne verschwindet, rückt die Nähe zärtlich nahe.« – Robert Walser Uraufführung: 06.02.2026 Weitere Aufführungen: 9.2.; 13.2.; 19.2.; 24.2.; 1.3.; 4.3.
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Die Orestie
Stadttheater Bern
Premiere: 21.02.2026 «Worte des Hasses zahlen für Worte des Hasses. Blut wird bezahlt mit Blut.» Die Orestie von Aischylos erzählt von den verheerenden Folgen des Krieges, von der ewigen Spirale aus Gewalt und Rache. Und schliesslich von der Geburt der Demokratie, einer «Satzung, die für alle Zeit gelten soll». Der Plot der antiken Trilogie ist schnell erzählt: Agamemnon kehrt siegreich aus dem Trojanischen Krieg zurück. Klytaimestra wartet schon lange auf die Rückkehr ihres Mannes – um ihn zu töten. Denn Agamemnon hat einst die gemeinsame Tochter Iphigenie geopfert, «um damit den Nordwind zu beschwören». Klytaimestras Rache ist verständlich, aber wer tötet, bezahlt, und so rächt ihr Sohn Orest, angestachelt von seiner Schwester Elektra und dem Gott Apollon, wiederum den Vatermord und tötet Klytaimestra. Erst die Göttin Athene beendet den mörderischen Kreislauf der Gewalt. Sie gründet ein Bürgergericht, das über Recht oder Unrecht von Orests Tat entscheiden soll. Denn «die Sache ist zu schwierig, als dass ein Sterblicher allein es wagen könnte, zu richten.» Die deutsch-dänische Regisseurin Anja Behrens wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und inszeniert an Theatern in Dänemark, Österreich und Deutschland. Am Königlich Dänischen Theater hat sie zuletzt die gefeierte Inszenierung Peer Gynt auf die Bühne gebracht. Sie hat sich bereits mehrfach mit antiken Stoffen auseinandergesetzt und wird nun Die Orestie als bildgewaltige Klagefeier auf die Bühne des Stadttheaters bringen. Regie: Anja Behrens Ausstattung: Laura Rasmussen Licht: Bernhard Bieri Dramaturgie: Julia Fahle
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Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Stadttheater Bern
Wir kaufen Bio-Gemüse, möglichst regional, versuchen weniger Fleisch aus Massentierhaltung zu essen, fliegen nur, wenn es unbedingt nötig ist, und verleihen Preise an Aktivist*innen. Aber nützt das? Oder fördern wir dadurch nur neue Märkte, die uns ein ruhigeres Gewissen verkaufen, damit wir letztlich genauso weiter machen können wie bisher? Können wir uns heute Widerstand jenseits der kapitalistischen Logik überhaupt vorstellen? Und wie sähe der aus? In Brechts 1929 geschriebenem Stück Die heilige Johanna der Schlachthöfe sind die Fabriken geschlossen, die Arbeitslosen hungern und die Konkurrent*innen der Fleischindustrie suchen nach immer neuen Wegen, um noch mehr Profit herauszuschlagen. Johanna Dark, eine charismatische junge Frau, kämpft gegen Unrecht und Ausbeutung, verteilt Suppe und Gottes Wort. Dabei lernt sie den Fleischkönig Mauler kennen, der ihren Idealismus gekonnt für sich zu benutzen weiss. Und so gerät Johanna Dark selbst in die Mühlen des Wirtschaftssystems, das sie kritisiert, und wird zu einem Werkzeug des kapitalistischen Wachstums. Die italienische Regisseurin Camilla Dania fragt danach, wie Revolution heute möglich ist, wenn selbst die Kritiker*innen zu Spielfiguren des Systems werden, gegen das sie kämpfen. Regie: Camilla Dania Bühne: Samuel Herger Kostüme: Charlotte Morache Musik: Robert Pachaly Dramaturgie: Julia Fahle ca. 1h 45min ohne Pause
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Heidi
Stadttheater Bern
Heidi, der Schweizer Mythos und Publikumsmagnet. Heidi, die Brückenbauerin zwischen den Kulturen. Heidi, das Symbol für Swissness – eine Sympathieträgerin sondergleichen. Was aber macht den Stoff so populär, und was den Mythos zum Mythos? Dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein, die Welt der Berge, die ewig locken und «Hier oben bist du zu Haus» rufen, während heute die Naturdinge verschwinden und soziale Beziehungen erkalten. Heidi ist Sehnsucht nach der heilen Welt, nach einem Bett aus Stroh, nach frischer Milch von einem Tier mit einem Namen, nach Versöhnung, nach feuchtem Gras unter den nackten Füssen. In alldem ist Heidi vor allem Pop: emotional und melancholisch, hoffnungsvoll und politisch. In dieser Überschreibung werden die Geschichte des Waisenmädchens und ihre Darstellungen, Rezeptionen und Übersetzungen vom Team um die Regisseurin Lena Reissner ent- und re-mythisiert. Auch mit der neuen Leitung am Theater Freiburg geht unser Format xchange weiter: Für Heidi, das in Bern zu sehen ist, wird im Gegenzug unser mit dem Magazin Reportagen erarbeitetes, globales Rechercheprojekt #lookoftheday in Freiburg gastieren. Konzept & Überschreibung: Hayat Erdoğan, Lena Reissner Regie: Lena Reissner Bühne: Han Le Han Kostüme: Lena Rickenstorf Musik: Moritz Widrig, Joachim Flüeler Dramaturgie: Hayat Erdoğan Eine Koproduktion vom Theater Neumarkt und dem Theater Freiburg
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Eichmann - wo die Nacht beginnt
Stadttheater Bern
Ein Name ist besonders verknüpft mit dem Plan, in Europa die jüdische Bevölkerung zu vernichten: Adolf Eichmann. 1960 wurde Eichmann in Argentinien verhaftet und in Israel vor Gericht gestellt. Die politische Theoretikerin Hannah Arendt hat anlässlich dieses 1961 in Jerusalem geführten Prozesses gegen den SS-Obersturmbannführer ihre berühmte Abhandlung Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen verfasst. In seinem neuen Stück schöpft der italienische Dramatiker Stefano Massini aus Gerichtsprotokollen dieser Verhöre, aus der deutschen und jüdischen Geschichtsschreibung und den Essays von Hannah Arendt und schafft daraus einen theatralen Dialog, der so nie stattgefunden hat. Eichmann – wo die Nacht beginnt ist ein Bericht darüber, wie ein selbst ernannter «Ingenieur» zur Ausarbeitung eines ebenso minutiösen wie unmenschlichen Planes kommt. Eichmann, das Monster, kommt dabei als erschreckend durchschnittlicher Mann daher. Und genau hier nimmt schliesslich das Böse Gestalt an: in der alltäglichsten und unvermuteten menschlichen Kleinheit. Regie: Roger Vontobel Mitarbeit Regie: Ilinca Purică Live-Musik: Sebastian Lötscher Bühne: Joanne Klopp Kostüme: Anouk Hufschmid Hirschbühl Licht: Reto Dietrich Dramaturgie: Julia Fahle Dramaturgie: Felicitas Zürcher Ca. 1h 45 ohne Pause
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Mogli oder this way is not the way to the waterfall (wirklich nicht)
Stadttheater Bern
Uraufführung: 21.1.2026 Ralph Tharayil, Hausautor der Spielzeit 2024/25, hat sich in Bern mit seinem Debüt Nimm die Alpen weg sowie mit ergänzenden Texten zu Max Frischs Graf Öderland bereits vorgestellt. Im Januar 2026 wird sein neues Stück in der Vidmar 2 zur Uraufführung kommen. «Welcome to the jungle, we got fun and games», heisst es bei Guns N’ Roses. Vielleicht könnte man sagen, dass der Dschungel die Chiffre der Wildheit ist; dass im Dschungel die Trennlinie zwischen Wolf und Mensch verläuft; dass der Dschungel die Metapher ist für jene gnadenlose Logik, mit der der Körper zur postdigitalen Kapitalware geworden ist; dass es dieser Körper doch vielleicht einfach mal mit Gemütlichkeit probieren sollte – auf den Lieferando-Bikes, in den Coltan Minen oder auf den Gerüsten der Baustellenwüsten; und dass dieser Körper ja doch menschlich sein könnte. Vielleicht so. Die Regisseurin Miriam Ibrahim wird den neuen Text von Ralph Tharayil in Bern zur Uraufführung bringen. Sie inszenierte «Blues in Schwarz Weiss» mit Gedichten von May Ayim und Texten von Julienne De Muirier, «Leyla.Fragmente» zum Thema Queerness und Islam mit Texten u.a. von Fatima Moumouni, «Adas Raum» von Sharon Dodua Otoo. Nach Arbeiten an den Münchner Kammerspielen, am Staatstheater Hannover, am Deutschen Nationaltheater Weimar und am Residenztheater München ist dies die erste Arbeit in Bern. Regie & Musik: Miriam Ibrahim Austattung & Video: Andrea Barba Dramaturgie: Julien Enzanza
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Le nozze di Figaro
Stadttheater Bern
Premiere: 30.1.2026 Figaro und Susanna wollen eigentlich nur heiraten, doch dieses Unterfangen stellt sich als komplizierter heraus als gedacht. Auf dem Weg unter die Haube müssen Intrigen und Verehrer abgewehrt sowie Treue und Eifersuchtsproben bestanden werden: So wirbt Figaros Chef Graf Almaviva ebenfalls um Susanna, die sich mit dessen Frau, der Gräfin, verbündet; Figaro hingegen glaubt sich betrogen – und dann schwirrt da noch schmachtend der junge Cherubino herum. Ein Verwirrspiel aus Verkleidungen und Verwechslungen beginnt! Das zu seiner Zeit überaus populäre Schauspiel von Beaumarchais barg Ende des 18. Jahrhunderts in seiner expliziten Kritik am Adel und dessen Gebaren politische Sprengkraft. Auf dieser Vorlage schuf Mozart gemeinsam mit Lorenzo Da Ponte eine seiner bis heute beliebtesten Opern: voller Witz und Verve, aber auch mit Melancholie und dem für Mozart und Da Ponte typischen, ebenso scharfen wie liebevollen Blick für die skurrilen Eigenheiten des Menschen. Für Bern inszeniert Regisseur Marco Štorman die Oper als Sommernachtstraum zwischen Magie und Realität, mit Figuren, die stets auf der Suche sind nach Balance in einem Leben, das immer mal wieder auf den Kopf gestellt wird. Musikalische Leitung: Clément Lonca Regie: Marco Štorman Bühne: Márton Ágh Kostüme: Anna Rudolph Licht: Christian Aufderstroth Dramaturgie: Rebekka Meyer Chordirektor: Zsolt Czetner In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
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Hello Earth!
Stadttheater Bern
Schweizer Erstaufführung: 24.1.2026 Sein Bewegungsvokabular ist einzigartig: Hände, die wie seltsame Vögel flattern und zittern. Gliedmassen, so rasant beschleunigt, als würden sie ein Eigenleben führen. Marco Goecke gilt als eine der grössten choreografischen Entdeckungen des 21. Jahrhunderts. In Hello Earth scheint der Choreograf von weit weg auf unsere Erde zu blicken. Am Boden der Bühne liegt ein weisses Herz aus Popcorn, das durch die Bewegungen der Tänzer*innen in einzelne Atome zersprengt wird. Ein atmosphärisch dichtes, eigenwilliges Stück und bereits das zweite von Marco Goecke, das unser Ensemble auf die Bühne bringen darf. Hege Haagenrud ist eine renommierte norwegische Choreografin. Ihre Arbeiten basieren oft auf im Vorfeld geführten Interviews, von denen sie die Sprachaufnahmen als Audio-Einspieler nutzt. Lippensynchronisation und Choreografie verbindet sie auf einzigartige Weise. Wir haben die Künstlerin eingeladen, ein neues Stück im Grenzbereich zwischen Tanz und Textillustration, zwischen Bewegung und Verfremdung im Kontext zu Hello Earth zu kreieren. Die Choreografin ist für ihre absurden Szenen bekannt, in denen durch ein exaltiertes Bewegungsrepertoire ganz eigene Erzählwelten auf der Bühne entstehen. (in deutscher und englischer Sprache)
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Carmen
Stadttheater Bern
Im Vordergrund von Jiří Pokornýs abendfüllendem Tanzabend steht das altbekannte Drama von Liebe und Eifersucht. Doch Carmen basiert nicht nur auf der Geschichte seiner weiblichen Protagonistin, sondern nimmt daneben, ähnlich wie Prosper Mérimées literarische Vorlage, auch Don José in den Blick. Unfähig, den freiheitlichen Geist seiner Geliebten zu akzeptieren, führt ihn seine Liebe auf den Weg in eine emotionale Hölle: Eifersucht, Leidenschaft und Rache bestimmen sein Denken und sein Handeln. Carmen folgt ihrem eigenen moralischen Kompass. Es ist nicht nur Don José, den sie damit gegen sich aufbringt. Jiří Pokorný choreografiert zur Musik von Rodion Schtschedrin, der Bizets Opernmusik zu einer abendfüllenden Tanzmusik für Streichorchester und Schlaginstrumente arrangierte. Zusätzlich hat der Choreograf Musik beim Komponisten Davidson Jaconello in Auftrag gegeben, die dem Abend auch musikalisch eine zeitgenössische Dimension gibt. Choreografie: Jiří Pokorný Musikalische Leitung: Clément Lonca Bühne & Lichtdesign: Loes Schakenbos Kostüme: Marek Cpin Musik: Davidson Jaconello Dramaturgie: Václav Janeček Dramaturgie: Bettina Fischer Ca. 1h ohne Pause
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Weihnachtsgeschichte(n) neu erzählt
Stadttheater Bern
Die Weihnachtsgeschichte, wie du sie noch nie gehört hast: feministisch und mitten aus dem Leben. femXmas lädt Jugendliche und Erwachsene ein, die biblische Erzählung aus neuen, geschlechtersensiblen Perspektiven zu erleben – jenseits von alten Rollenbildern, im Text verwurzelt und doch ganz im Heute. Erzählt wird auf Mundart, frei und lebendig – mit musikalischer Begleitung am Kontrabass. Ein ökumenisches Projekt von den Frauendachverbänden femmes protestantes, Schweizerischen Katholischen Frauenbund und BibelErz. Ein ökumenisches Projekt der femmes protestantes und des Frauenbund Schweiz
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Blutbuch
Stadttheater Bern
Der Senkrechtstart von Kim de l’Horizon sucht seinesgleichen: Nachdem der Debütroman Blutbuch 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises gelandet war, folgte die Nominierung auch in der Schweiz, und nach dem Deutschen Buchpreis auch der Schweizer Buchpreis. Seither macht Kim de l’Horizon im gesamten Kulturbetrieb ordentlich Furore – und das zu Recht. Blutbuch ist ein vielschichtiges, zärtliches, radikales Buch, das gleich auf mehreren Ebenen revolutionär ist: Es handelt von einer Blutbuche und einem Kind, das von dem Baum lernen will. Es geht um Grossmeer, die eine Grossmutter und gleichzeitig unendlich weit ist, und um Meer, die Mutter ist und vielleicht auch eine Hexe. Es geht um weibliche Genealogie, nicht definierbare Körper und Verwandtschaft jenseits von Familie. Kim de l’Horizon lotet Grenzen aus, jene der Sprache ebenso wie jene des Geschlechts, nennt das Blutbuch einen Anti-Roman, die Schreibweise «écriture fluide». Nach dem Erfolg von Hänsel & Greta & The Big Bad Witch, dem Stück, das Kim de l’Horizon als Hausautor*in am Schauspiel Bern schrieb, wird in der Saison 2025/26 als Wiederaufnahme eine Adaption von Blutbuch in der Regie von Sebastian Schug in Bern zu sehen sein. Regie & Fassung: Sebastian Schug Ausstattung: Nico (Nicole) Zielke Dramaturgie: Julia Fahle 1h 45 Minuten TW: Die Inszenierung enthält Schilderungen von expliziten sexuellen Handlungen und rassistische Sprache.
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Lyonesse
Stadttheater Bern
Die britische Dramatikerin Penelope Skinner ist bekannt für ihre Auseinandersetzung mit Frauenbiografien. Jetzt hat sie ein neues Stück geschrieben: Lyonesse. Schonungslos analysiert sie darin die Alltagsrealität berufstätiger Mütter und den Kampf (von Frauen) um die Macht über die eigene Geschichte. Kate, eine Frau in ihren Dreissigern, ist nach der Geburt ihres ersten Kindes endlich zurück im Beruf. Sie arbeitet bei der feministischen Filmproduktionsfirma Lilith und ist gerade einer brisanten Story auf der Spur: Die einst berühmte Schauspielerin Elaine will endlich reden – über das, was vor 30 Jahren in ihrer Affäre mit einem renommierten Regisseur wirklich passiert ist. Kates Chefin Sue hofft auf die #MeToo-Story schlechthin, und Kate auf ihre Beförderung. Greg, ihr Mann und Vater des gemeinsamen Kindes, unterstützt sie, wo er nur kann, aber weil er seine eigene Karriere als Filmregisseur vorantreiben will, kann er das nicht allzu oft. In Elaines maroder Villa entdeckt Kate lauter neue Perspektiven auf ihr Leben – bis Greg vor der Tür steht. Die Schweizer Erstaufführung des neuen Stücks von Penelope Skinner wird von Sebastian Schug inszeniert, der sich dem Berner Publikum bereits mit der Inszenierung von Kim de l’Horizons Blutbuch vorgestellt hat. Regie: Sebastian Schug Bühne: Jan Freese Kostüme: Juliane Götz Musik: Christine Hasler Dramaturgie: Krystian Podwórny ca. 2h 45min, inkl. Pause
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Die kleinen Meerjungraun
Stadttheater Bern
Das neue Stück von Kim de l’Horizon ist eine Überschreibung des Märchenstoffes um die kleine Meerjungfrau. Es ist eine Geschichte über die Sehnsucht nach einem anderen Körper, den Traum von der einzigen wahren Liebe und den Preis, den gesellschaftlicher Aufstieg fordert. An seinem 15. Geburtstag darf das kleine Meerjungrau endlich an die Meeresoberfläche schwimmen – und entdeckt Ungeheuerliches: einen Marcomann! Wunderschön und auf geraden Beinen. Sofort wird das Meerjungrau von wilden Wünschen gepackt, halb Begehren, halb die Sehnsucht, anders zu sein. Im Tausch für die neue Norm und ein besseres Leben verzichtet es auf Flutschigkeit, schillernde Schuppenpracht und seinen grossen glitzernden Schwanz – und zahlt dafür in der neuen Welt mit Unsichtbarkeit und Schweigens. Kim de l’Horizon ist seit dem Schweizer wie dem Deutschen Buchpreis politisch wie literarisch eine Grösse – und in Bern seit der Hausautor*innenschaft 2021/22 und zwei Inszenierungen bekannt (Hänsel & Greta & The Big Bad Witch sowie Blutbuch). Den neuen Stückauftrag bringt das Trio ACE (Alia Luque, Christoph Rufer, Ellen Hofmann) auf die Bühne. Regie: Alia Luque (Trio ACE) Bühne: Christoph Rufer (Trio ACE) Kostüme: Ellen Hofmann (Trio ACE) Licht: Jonas Bühler Dramaturgie: Felicitas Zürcher
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Der Goalie bin ig
Stadttheater Bern
Der Goalie ist in Bern Kult geworden – wir wollen deshalb auch in der kommenden Spielzeit nicht auf ihn verzichten und ihn wie in den vergangenen zehn (!) Jahren seine schön-traurige Geschichte erzählen lassen: So richtig viel Glück hat er nicht gehabt im Leben. Zuletzt war da diese dumme Sache mit dem Gefallen, den er einem Kumpel getan hat und für den er ein Jahr in den Knast gewandert ist. Ein Jahr später ist alles Schnee von gestern und Goalie wagt einen Neuanfang. Ob er endlich das Herz der schönen Regula gewinnt? Regie: Till Wyler von Ballmoos Bühne & Kostüme: Eva-Maria Bauer E.-M. Video: Patrick Durst Dramaturgie: Sabrina Hofer 1 Stunde 30 Minuten
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Manon Lescaut
Stadttheater Bern
Dramma lirico in vier Akten von Giacomo Puccini Libretto von Marco Praga, Domenico Olivia, Giulio Ricordi und Luigi Illica nach dem Roman "Histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut" von Abbé Prévost Die grosse Liebe als tragisches Verhängnis: Manon Lescaut und Des Grieux sind in leidenschaftlicher Liebe zueinander entbrannt, doch stets scheitert die gemeinsame Flucht. Schon zu Beginn zeichnet sich ab: Für das Liebespaar ist keine gemeinsame Zukunft möglich, sondern nur der Tod. Nach Abbé Prévosts mehrfach vertontem Roman Die Geschichte des Chevalier Des Grieux und der Manon Lescaut schuf der Komponist Giacomo Puccini im Ausklang des 19. Jahrhunderts ein musikalisch und psychologisch eindringliches Werk über die Liebe zweier Menschen, die dem Untergang bestimmt ist. Im Begreifen der Oper als erbarmungslosem Spiegel des Lebens und mit der Leidenschaft der Verzweiflung, «con passione disperata», entwirft Puccini das Porträt einer Aussenseiterin als Heldin, hin- und hergerissen zwischen der grossen Liebe und finanzieller Sicherheit. Gleichzeitig wirft er aber auch einen kritischen Blick auf eine zweifelhafte Moral, die den Menschen unweigerlich ins Abseits treibt. Für Bühnen Bern erarbeiten zwei Künstlerinnen ihre Vision von Puccinis Klassiker: Am Pult gibt die neue Chefdirigentin der Oper Bern, Alevtina Ioffe, ihren Einstand, und Regisseurin Anna Bergmann erzählt die Geschichte einer Welt, in der Frauen keine Autonomie zugestanden wird. Musikalische Leitung: Alevtina Ioffe Regie: Anna Bergmann Bühne: Nadja Sofie Eller Kostüme: Lane Schäfer Video: Sebastian Pircher Dramaturgie: Rebekka Meyer In italienischer Sprache mit deutschen und französischen Übertiteln
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"Der Kleine Prinz"
Konzerte Bern
L'Orchestre Festival Meinrad Koch, Leitung Bartosz Kolonko, Sprecher Wolfram Wagner: "Der Kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry; Melodram für einen Sprecher und Orchester „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Die ungebrochene Aktualität von „Der Kleine Prinz“ und das Jubiläum seines Autors haben uns veranlasst, unser diesjähriges Konzertprogramm diesem zauberhaften Märchen zu widmen. „Der Kleine Prinz“ gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Werken der Weltliteratur. Das Buch berührt Kinder und Erwachsene weltweit und hält uns heute noch den Spiegel vor und lehrt uns, was im Leben wirklich wichtig ist. Der renommierte Komponist WOLFRAM WAGNER (*1962) aus Wien hat die Geschichte in einem Auftragswerk musikalisch umgesetzt. Das tonal gestaltete Melodrama für Sprecher und Orchester untermalt die Magie des Märchens. Es wird eingeleitet durch eine stimmungsvolle Ouvertüre und bietet viel Raum für solisistsche Entfaltung. Der vielseitige Schauspieler, Sprecher und Rezitator BARTOSZ KOLONKO liest gleichzeitig oder im Wechsel mit der Musik den Text des berühmten Romans. Mit lebendiger, sinnlicher Ausdruckskraft zieht er uns unwiderstehlich in die Geschichte hinein. Vorverkauf: Steiner Schule Ittigen, Grosser Saal: www.qba.be Konzertkasse ab 16:00 Uhr Veranstalter: L'Orchestre Festival www.orchestre-festival.ch
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