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Aufführungen / Kulturveranstaltung Dampfzentrale Bern Bern, Marzilistr. 47
Aufführungen | Schauspiel

Die kleinen Meerjungraun

Stadttheater Bern

Das neue Stück von Kim de l’Horizon ist eine Überschrei­bung des Märchenstoffes um die kleine Meerjungfrau. Es ist eine Geschichte über die Sehnsucht nach einem anderen Körper, den Traum von der einzigen wahren Liebe und den Preis, den gesellschaftlicher Aufstieg fordert. An seinem 15. Geburtstag darf das kleine Meer­jungrau endlich an die Meeresoberfläche schwim­men – und entdeckt Ungeheuerliches: einen Marcomann! Wunderschön und auf geraden Beinen. Sofort wird das Meerjungrau von wilden Wünschen gepackt, halb Begehren, halb die Sehnsucht, anders zu sein. Im Tausch für die neue Norm und ein besseres Leben verzichtet es auf Flutschigkeit, schillernde Schuppenpracht und seinen grossen glitzernden Schwanz – und zahlt dafür in der neuen Welt mit Unsichtbarkeit und Schweigens. Kim de l’Horizon ist seit dem Schweizer wie dem Deutschen Buchpreis politisch wie literarisch eine Grösse – und in Bern seit der Hausautor*innenschaft 2021/22 und zwei Inszenierungen bekannt (Hänsel & Greta & The Big Bad Witch sowie Blutbuch). Den neuen Stückauftrag bringt das Trio ACE (Alia Luque, Christoph Rufer, Ellen Hofmann) auf die Bühne. Regie: Alia Luque (Trio ACE) Bühne: Christoph Rufer (Trio ACE) Kostüme: Ellen Hofmann (Trio ACE) Licht: Jonas Bühler Dramaturgie: Felicitas Zürcher ca. 1h 30 Minute
Aufführungen | Tanz

Tanzfestival Steps: Twi/light

Stadttheater Bern

Night Shining Clouds Choreografie: Marioenrico D'Angelo (NEXT STEPS-Artist) Bühne: Verena Hemmerlein Kostüme: Irina Shaposhnikova Vanishing Point Choreografie: Rachelle Anaïs Scott (NEXT STEPS-Artist) Bühne: Lukas Marian Kostüme: Mikaela Kelly Als grösstes Tanzfestival der Schweiz bringt das Migros­-Kulturprozent Tanzfestival Steps alle zwei Jahre herausra­gende Werke des aktuellen zeitgenössischen Tanzschaf­fens flächendeckend im ganzen Land auf die Bühne. Diesmal mit dabei: Bern Ballett und die St. Gallen Dance Company. Im Rahmen des Pilotprojekts NEXT STEPS sind für die beiden Ensembles zwei choreografische Arbeiten entstanden, die nun gemeinsam auf Tour gehen: Night Shining Clouds von Marioenrico D’Angelo und Vanishing Point von Rachelle Anaïs Scott. Vom 5. bis 29. März 2026 findet bereits die zwanzigste Ausgabe von Steps statt.
Aufführungen | Tanz

Metaphysics

Stadttheater Bern

Uraufführung: 18.4.2026 Was liegt hinter dem Messbaren? Mit dieser Frage haben wir zwei Choreografinnen beauftragt, in eine Welt ein­zutauchen, die all das Wahrnehmbare, das Empirische übersteigt. In ihren neuen Stücken suchen Sidonie Fossé und Rachelle Anaïs Scott nach dem metaphysi­schen Potenzial von Körpern in Bewegung. Sie for­schen nach ersten Gründen und letzten Prinzipien, dem Sinn und Zweck des gesamten Seins oder sogar nach der Realität an sich. Zwei unterschiedliche zeitgenössische Tanzspra­chen – atmosphärisch, choreografisch dicht und reich an Bildern –, die bewegen und in die Tiefe gehen. Sidonie Fossé hat 2023 den Berner Tanzpreis ge­wonnen und im Rahmen von Next Generation bereits ein Stück für Bern Ballett choreografiert. Rachelle Anaïs Scott arbeitet zum ersten Mal mit dem Ensemble von Bern Ballett. Als NEXT STEPS-Artist ist sie Teil des Pilotprojekts in Zusammenarbeit mit dem Migros­-Kulturprozent Tanzfestival Steps, der St. Gallen Dance Company und Bern Ballett. Choreografie: Sidonie Fossé Choreografie: Rachelle Anaïs Scott (NEXT STEPS-Artist) Bühne & Lichtdesign: Lukas Marian Kostüme: Irina Shaposhnikova Dramaturgie: Isabelle Bischof Dramaturgie: Bettina Fischer
Aufführungen | Schauspiel

Demian

Stadttheater Bern

Premiere: 1.4.2026 Der spätere Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse be­fand sich in einer Lebenskrise, als er 1917 in einem drei­wöchigen Schreibrausch Demian verfasste und unter dem Pseudonym Emil Sinclair veröffentlichte. Dieser beschreibt darin sein Erwachsenwerden: Er erfährt Demütigungen, sprengt die Grenzen seines strengen Elternhauses, durch­lebt Alkoholexzesse, verklärt eine erste Liebe und findet sich schliesslich in einem Lazarett des Ersten Weltkrieges wieder. An seiner Seite taucht immer wieder der ältere Schüler Demian auf, der ihn in seinen Fragen nach einer Verbindung von Gut und Böse und auf der Suche nach seinem eigenen Ich leitet und unterstützt. Denn beide wis­sen: Es steht der Zusammenbruch Europas bevor, und seine Wiedergeburt braucht neue Werte. «Letzten Endes sah auch diese Jugend nur klar, was sie nicht wollte: die tiefe innere Verlogenheit dieser alten untergangsreifen Gesellschaftskultur», schreibt die Rezen­sentin Lulu von Strauss und Torney 1922. Mit zunehmen­dem Erfolg seiner «Geschichte einer Jugend» sah Hesse sich gezwungen, das Pseudonym zu lüften, das er ge­wählt hatte, «um die Jugend nicht durch den bekannten Namen eines alten Onkels abzuschrecken», und der er trotzdem aus der Seele gesprochen hatte. Nach Nimm die Alpen weg inszeniert der Schweizer Schauspieler und Regisseur Marin Blülle zum zweiten Mal in Bern. Regie: Marin Blülle Austattung: Louis Panizza Musik: Oh No Noh (Markus Rom) Licht: Reto Dietrich Dramaturgie: Krystian Podwórny
Aufführungen | Schauspiel

Trophäe

Stadttheater Bern

Premiere 28.3.2026 Endlich ist sie da, die Jagdlizenz für das Spitzmaulnashorn, für die Hunter White auf dem Schwarzmarkt eine unan­ständige Summe bezahlt hat. Um Geld geht es ihm nicht, er ist beglückt von dem Gedanken, endlich die Nummer Fünf seiner Big Five zu erjagen und als Trophäe mit nach Hause zu nehmen. Doch dann geht alles schief, und Wilderer erlegen das für ihn vorgesehene Nashorn. Als der Betreiber der Luxus­-Lodge mitten in der Steppe die komplexen Fragen um Artenschutz, Tourismus und Jagd mit dem Schutz von Minderheiten vergleicht, gerät der weisse Jäger in einen verstörenden Fiebertraum. Hat er wirklich das Angebot erhalten, statt des Nashorns die Big Six zu verfolgen, die Jagd auf einen Menschen? Im Ge­wand eines Thrillers wirft die belgische Drehbuch­- und Romanautorin Gaea Schoeters einen Blick auf die post­koloniale Welt und die komplexen Fragen von Herrschaft, Macht und Menschlichkeit und hinterfragt gleichzeitig die unverändert präsenten Stereotype, mit denen der Westen auf «Afrika» blickt. Der Berner Schauspieldirektor Roger Vontobel wird Gaea Schoeters aufwühlenden Roman als Oratorium und Abgesang auf die Vorherrschaft des weissen Mannes auf die Bühne bringen. Regie: Roger Vontobel Bühne: Olaf Altmann Kostüme: Jana Findeklee & Joki Tewes Musik: Matthias Herrmann Choreografie: Emma Murray Lichtdesigner: Michael Gööck Dramaturgie: Felicitas Zürcher Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Aufführungen | Musical

Jesus Christ Superstar

Stadttheater Bern

Premiere: 21.3.2026 Als noch weitgehend unbekannter junger Komponist ver­fasste die spätere Musicallegende Andrew Lloyd Webber gemeinsam mit dem Textdichter Tim Rice Anfang der 1970er­Jahre jenes Musical, das zu einem ihrer grössten Erfolge überhaupt werden sollte und eine regelrechte «Jesusmania» auslöste: Jesus Christ Superstar. Gemein­sam ergründen die beiden Autoren Jesus von Naza­reths charismatische sowie seine menschliche, gerade­zu zerrissene Seite und zeichnen seine letzten Tage nach, von der Ankunft in Jerusalem bis zur Kreuzigung. Dabei beleuchten sie das Beziehungsgeflecht des Evangeliums auf eine Art und Weise, die in christlich­ konservativen Kreisen in den letzten Jahrzehnten und bis heute immer wieder auch Widerstand auslöst(e), etwa wegen Jesus’ Beziehung zu Maria Magdalena, der durchaus sympathischen Darstellung von Judas oder des zweifelnden Pontius Pilatus. Verpackt in Gestalt einer mitreissenden Rockoper mit bekannten Songs wie «I don’t know how to love him» und «Superstar» schrieb Jesus Christ Superstar Musikgeschichte und ist nun erst­mals auf der Bühne des Stadttheaters zu erleben – inszeniert von dem japanischen Regisseur Tomo Sugao. Musikalische Leitung: Hans Christoph Bünger Regie: Tomo Sugao Bühne & Video: Momme Hinrichs Kostüme: Gisa Kuhn Choreografie: Tabatha McFadyen Dramaturgie: Rebekka Meyer Licht: Christian Aufderstroth In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Aufführungen | Schauspiel

Mogli oder this way is not the way to the waterfall (wirklich nicht)

Stadttheater Bern

Ralph Tharayil, Hausautor der Spielzeit 2024/25, hat sich in Bern mit seinem Debüt Nimm die Alpen weg sowie mit ergänzenden Texten zu Max Frischs Graf Öderland bereits vorgestellt. Im Januar 2026 wird sein neues Stück in der Vidmar 2 zur Uraufführung kommen. «Welcome to the jungle, we got fun and games», heisst es bei Guns N’ Roses. Vielleicht könnte man sagen, dass der Dschungel die Chiffre der Wildheit ist; dass im Dschungel die Trennlinie zwischen Wolf und Mensch verläuft; dass der Dschungel die Metapher ist für jene gnadenlose Logik, mit der der Körper zur postdigitalen Kapitalware geworden ist; dass es dieser Körper doch vielleicht einfach mal mit Gemütlichkeit probieren sollte – auf den Lieferando­-Bikes, in den Coltan­ Minen oder auf den Gerüsten der Baustellenwüsten; und dass dieser Körper ja doch menschlich sein könnte. Vielleicht so. Die Regisseurin Miriam Ibrahim wird den neuen Text von Ralph Tharayil in Bern zur Uraufführung bringen. Sie inszenierte «Blues in Schwarz Weiss» mit Gedichten von May Ayim und Texten von Julienne De Muirier, «Leyla.Fragmente» zum Thema Queerness und Islam mit Texten u.a. von Fatima Moumouni, «Adas Raum» von Sharon Dodua Otoo. Nach Arbeiten an den Münchner Kammerspielen, am Staatstheater Hannover, am Deutschen Nationaltheater Weimar und am Residenztheater München ist dies die erste Arbeit in Bern. Regie & Musik: Miriam Ibrahim Austattung & Video: Andrea Barba Dramaturgie: Julien Enzanza ca. 2h ohne Pause
Aufführungen | Tanz

Hello Earth!

Stadttheater Bern

Sein Bewegungsvokabular ist einzigartig: Hände, die wie seltsame Vögel flattern und zittern. Gliedmassen, so rasant beschleunigt, als würden sie ein Eigenleben führen. Marco Goecke gilt als eine der grössten choreografi­schen Entdeckungen des 21. Jahrhunderts. In Hello Earth scheint der Choreograf von weit weg auf unsere Erde zu blicken. Am Boden der Bühne liegt ein weisses Herz aus Popcorn, das durch die Bewegungen der Tänzer*in­nen in einzelne Atome zersprengt wird. Ein atmosphä­risch dichtes, eigenwilliges Stück und bereits das zweite von Marco Goecke, das unser Ensemble auf die Bühne bringen darf. Hege Haagenrud ist eine renommierte norwegi­sche Choreografin. Ihre Arbeiten basieren oft auf im Vorfeld geführten Interviews, von denen sie die Sprach­aufnahmen als Audio­-Einspieler nutzt. Lippensynchroni­sation und Choreografie verbindet sie auf einzigartige Weise. Wir haben die Künstlerin eingeladen, ein neues Stück im Grenzbereich zwischen Tanz und Textillust­ration, zwischen Bewegung und Verfremdung im Kontext zu Hello Earth zu kreieren. Die Choreografin ist für ihre absurden Szenen bekannt, in denen durch ein exaltiertes Bewegungsrepertoire ganz eigene Erzählwelten auf der Bühne entstehen. (in deutscher und englischer Sprache) Mit deutschen Untertiteln ca. 1h 40Min. inkl. Pause
Aufführungen | Oper

Le nozze di Figaro

Stadttheater Bern

Figaro und Susanna wollen eigentlich nur heiraten, doch dieses Unterfangen stellt sich als komplizierter heraus als gedacht. Auf dem Weg unter die Haube müssen Intri­gen und Verehrer abgewehrt sowie Treue­ und Eifer­suchtsproben bestanden werden: So wirbt Figaros Chef Graf Almaviva ebenfalls um Susanna, die sich mit des­sen Frau, der Gräfin, verbündet; Figaro hingegen glaubt sich betrogen – und dann schwirrt da noch schmach­tend der junge Cherubino herum. Ein Verwirrspiel aus Verkleidungen und Verwechslungen beginnt! Das zu seiner Zeit überaus populäre Schauspiel von Beaumarchais barg Ende des 18. Jahrhunderts in seiner expliziten Kritik am Adel und dessen Gebaren politische Sprengkraft. Auf dieser Vorlage schuf Mozart gemeinsam mit Lorenzo Da Ponte eine seiner bis heute beliebtesten Opern: voller Witz und Verve, aber auch mit Melancholie und dem für Mozart und Da Ponte typischen, ebenso scharfen wie liebevollen Blick für die skurrilen Eigenheiten des Menschen. Für Bern inszeniert Regisseur Marco Štorman die Oper als Sommernachtstraum zwischen Magie und Realität, mit Figuren, die stets auf der Suche sind nach Balance in einem Leben, das immer mal wieder auf den Kopf gestellt wird. Musikalische Leitung: Clément Lonca Regie: Marco Štorman Bühne: Márton Ágh Kostüme: Anna Rudolph Licht: Christian Aufderstroth Dramaturgie: Rebekka Meyer Chordirektor: Zsolt Czetner In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Ca. 3h inkl. Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Orestie

Stadttheater Bern

«Worte des Hasses zahlen für Worte des Hasses. Blut wird bezahlt mit Blut.» Die Orestie von Aischylos erzählt von den verheerenden Folgen des Krieges, von der ewigen Spirale aus Gewalt und Rache. Und schliesslich von der Geburt der Demokratie, einer «Satzung, die für alle Zeit gelten soll». Der Plot der antiken Trilogie ist schnell erzählt: Agamemnon kehrt siegreich aus dem Trojanischen Krieg zurück. Klytaimestra wartet schon lange auf die Rück­kehr ihres Mannes – um ihn zu töten. Denn Agamemnon hat einst die gemeinsame Tochter Iphigenie geopfert, «um damit den Nordwind zu beschwören». Klytaimestras Rache ist verständlich, aber wer tötet, bezahlt, und so rächt ihr Sohn Orest, angestachelt von seiner Schwester Elektra und dem Gott Apollon, wiederum den Vater­mord und tötet Klytaimestra. Erst die Göttin Athene be­endet den mörderischen Kreislauf der Gewalt. Sie gründet ein Bürgergericht, das über Recht oder Unrecht von Orests Tat entscheiden soll. Denn «die Sache ist zu schwierig, als dass ein Sterblicher allein es wagen könnte, zu richten.» Die deutsch­-dänische Regisseurin Anja Behrens wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und ins­zeniert an Theatern in Dänemark, Österreich und Deutsch­land. Am Königlich Dänischen Theater hat sie zuletzt die gefeierte Inszenierung Peer Gynt auf die Bühne gebracht. Sie hat sich bereits mehrfach mit antiken Stoffen auseinandergesetzt und wird nun Die Orestie als bildgewaltige Klagefeier auf die Bühne des Stadttheaters bringen. Regie: Anja Behrens Ausstattung: Laura Rasmussen Licht: Bernhard Bieri Dramaturgie: Julia Fahle ca. 1h 45min ohne Pause
Aufführungen | Oper

Don Quijote - Lviv National Opera and Ballet Theatre, Ukraine

Konzerte Bern

Das Nationale Akademische Opern- und Balletttheater Lwiw Das Nationale Akademische Opern- und Balletttheater Lwiw präsentiert «Don Quijote» in einer inspirierenden klassischen Ballettaufführung mit Natalia Matsak und Sergii Kryvokon. Musik: Ludwig Minkus Choreografie: Yulianna Malkhasyants Libretto: M. Petipa. Basierend auf dem Roman „Don Quijote de la Mancha“ von Miguel Cervantes Bühnenbild: Mykhailo Ryndzak Kostüme: Oksana Zinchenko Die Hauptrollen des Balletts werden von Solisten des ’’Taras Schewtschenko’’ Nationalen Opern- und Balletttheaters der Ukraine, Kiew, getanzt. Kitri: Natalia Matsak Basilio: Sergii Kryvokon Kategorie 1: CHF 112.90, Kategorie 2: CHF 102.90 Kategorie 3: CHF 82.80, Kategorie 4: CHF 62.50 Vorverkauf: www.ticketcorner.ch Veranstalter: Colossart Production LTD
Aufführungen | Hörspiel

Hörspiel auf SRF 1: »Als wenn es noch einen Weg gäbe. Robert Walsers Spaziergänge im Dunkel des Seins«

Robert Walser-Zentrum

»Robert Walsers Spaziergänge im Dunkel des Seins« - so nennt der Regisseur Stefan Weber im Untertitel sein Feature über den solitären Schweizer Dichter. Webers langjährige Beschäftigung mit den Absonderlichkeiten der Walserschen Existenz bereitet den Weg zu seinem neuen SRF-Hörspiel »Der Gehülfe«. Robert Walser, geboren 1878 in Biel, gestorben 1956 auf einem Schneefeld im Appenzell, ging zeitlebens den Nebenweg, fernab der schnellen Welt, eingebunden ins stille Ich. Man sieht es, meinte er, den »Wegen im Abendlicht an, dass es Heimwege sind«. Das Zuhause ist für ihn dort, wo er nicht ist: in seiner Sehnsucht. Die Wohnadressen wechselt er wie Unterhosen. Er unternimmt Gewaltmärsche. Von der Liebe kann er nur träumen, von seinen vereinzelt in Zeitungen publizierten »Prosastückli« gerade so leben. Drei Romane nur veröffentlicht er. Vom literarischen Hochadel verehrt - Kafka, Musil, Tucholsky, Canetti und vielen mehr-, bleibt Robert Walser im Volk, eben dort wo er atmen könnte, ungelesen. Also verstummt er. Die letzten fast dreissig Jahre seines Lebens verbringt er in den Heil- und Pflegeanstalten von Bern und Herisau. Bei seinem Tod ist er schon so vergessen, dass er später wieder neu entdeckt werden muss. Mit: Christoph Künzler, Dieter Stoll und Kathrin Thurm Zusammenstellung, Aufnahmen, Klangdesign und Regie: Stefan Weber Produktion: ORF 2020 Dauer: 38'
Aufführungen | Hörspiel

Premiere! Hörspiel auf SRF 2 »Der Gehülfe«

Robert Walser-Zentrum

Erste Hörspiel-Adaption des Romans von Robert Walser über die prekäre Existenz eines Angestellten. Schauplatz ist die herrschaftliche Villa Abendstern am Zürichsee. Der Eintritt der Hilfskraft Joseph Marti in das Reich des Erfinders Tobler und seiner Frau scheint eine groteske Untergangsmechanik in Gang zu setzen. In »Der Gehülfe« verarbeitete Robert Walser sein eigenes Erleben als Büroangestellter bei dem Wädenswiler Ingenieur Carl Dubler im zweiten Halbjahr 1903. Dessen Erfindungen einer Reklameuhr, eines Schiessapparates oder eines Krankenstuhls übernahm der junge Dichter für seinen zweiten Roman, den er 1907 in Berlin zu Papier brachte. Im Getöse der Grossstadt imaginierte Walser die beschauliche Zürcher Seegemeinde Bärenswil, von wo aus der in Tobler unbenannte Start-up­Unternehmer (wie man heute sagen würde) die Welt mit seinen innovativen Produkten zu erobern versucht. Der Erfolg will sich jedoch nicht einstellen, und die Finanzen werden knapp. Der umtriebige Genussmensch Tobler, dem drohenden Ruin zum Trotz, lässt sein Anwesen immer weiter aus- und umbauen und rauschende Feste feiern. In seiner akustischen Umsetzung konzentriert sich der Schweizer Klangkünstler Stefan Weber auf den kammerspielartigen Kern des Romans. Joseph Marti, ausgeliefert den Launen und Verzweiflungen des Herrn Tobler und gleichzeitig angezogen vom sublimen Begehren der Frau Tobler, versucht sich zwar mit dem Selbstbewusstsein des jungen Aussenseiters abzugrenzen, verliert sich jedoch mehr und mehr in luftig verwegenen Träumereien. Der Untergang des Hauses Tobler bleibt auch den Bürgerinnen und Bürgern von Bärenswil nicht verborgen, die ihn heimlifeiss vergnügt aus nüchterner Distanz beobachten: »Da oben liegt es, still und winterlich vereinzelt, als fröre es ein wenig. Von den Nachbarkaminen steigen zarte, bläuliche Rauchsäulen auf, sich in der grauen Luft verbreitend. Die Landschaft scheint Augen zu haben, und dieselben zu schliessen, ganz ruhig, um nachzudenken.« Mit: Maria Fuchs (Joseph Marti), Urs Jucker (Carl Tobler), Sylvie Rohrer (Frau Tobler), Carina Braunschmidt und Gottfried Breitfuss (Die Bärenswiler) Dramaturgie: Reto Ott (SRF), Philip Scheiner (ORF) - Hörspielfassung, Aufnahmen, Klangdesign und Regie: Stefan Weber Produktion: SRF/ORF 2025 Dauer: ca. 55'
Aufführungen | Schauspiel

Uraufführung in Zürich:
Du denkst vielleicht, was hör ich da, und ich sage dir – es ist die Waschmaschine

Robert Walser-Zentrum

Musiktheater von Ruedi Häusermann mit Texten von Robert Walser. Regie und Komposition: Ruedi Häusermann Wieder und wieder findet der Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann in Robert Walsers Weltsichten scharfsinnige Entsprechungen zu dem, was ihn als Mensch und Künstler beschäftigt, so auch in seinem neusten Theaterabend für das Schauspielhaus Zürich. Ein Meister war Robert Walser darin, das scheinbar Nebensächliche wachsen zu lassen. Er verehrte zaudernde Wölkchen, träumerische Unwissenheit oder gedankenlose, weil nur gedachte Gedanken, und folgert: »Seriöseste Menschen haben mitunter eine Langezeit nach der Ungezwungenheit des Spielens.« Nicht zuletzt darum wird Häusermann selbst mit seinem Trio und dem Streichquartett Kubus Kollektiv auf der Bühne sein, gemeinsam mit drei Schauspieler*innen konzertierend und spielend. Der Sound einer Waschmaschine hier, das Rauschen einer akribisch ausgeführten Komposition dort. Das eine im anderen zu erleben, wird zum lustvollen Spiel. Alltags-Petitessen in einer Stadtfassade aus Papier verwickeln sich in Gedanken über das Menschsein. »Wo die Ferne verschwindet, rückt die Nähe zärtlich nahe.« – Robert Walser Uraufführung: 06.02.2026 Weitere Aufführungen: 9.2.; 13.2.; 19.2.; 24.2.; 1.3.; 4.3.
Aufführungen | Schauspiel

Die heilige Johanna der Schlachthöfe

Stadttheater Bern

Wir kaufen Bio-­Gemüse, möglichst regional, versuchen weniger Fleisch aus Massentierhaltung zu essen, fliegen nur, wenn es unbedingt nötig ist, und verleihen Preise an Aktivist*innen. Aber nützt das? Oder fördern wir dadurch nur neue Märkte, die uns ein ruhigeres Ge­wissen verkaufen, damit wir letztlich genauso weiter­ machen können wie bisher? Können wir uns heute Widerstand jenseits der kapitalistischen Logik überhaupt vorstellen? Und wie sähe der aus? In Brechts 1929 geschriebenem Stück Die heilige Johanna der Schlachthöfe sind die Fabriken geschlos­sen, die Arbeitslosen hungern und die Konkurrent*innen der Fleischindustrie suchen nach immer neuen Wegen, um noch mehr Profit herauszuschlagen. Johanna Dark, eine charismatische junge Frau, kämpft gegen Unrecht und Ausbeutung, verteilt Suppe und Gottes Wort. Da­bei lernt sie den Fleischkönig Mauler kennen, der ihren Idealismus gekonnt für sich zu benutzen weiss. Und so gerät Johanna Dark selbst in die Mühlen des Wirt­schaftssystems, das sie kritisiert, und wird zu einem Werkzeug des kapitalistischen Wachstums. Die italieni­sche Regisseurin Camilla Dania fragt danach, wie Revolution heute möglich ist, wenn selbst die Kritiker*in­nen zu Spielfiguren des Systems werden, gegen das sie kämpfen. Regie: Camilla Dania Bühne: Samuel Herger Kostüme: Charlotte Morache Musik: Robert Pachaly Dramaturgie: Julia Fahle ca. 1h 45min ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Heidi

Stadttheater Bern

Heidi, der Schweizer Mythos und Publikumsmagnet. Heidi, die Brückenbauerin zwischen den Kulturen. Heidi, das Symbol für Swissness – eine Sympathie­trägerin sondergleichen. Was aber macht den Stoff so populär, und was den Mythos zum Mythos? Dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein, die Welt der Berge, die ewig locken und «Hier oben bist du zu Haus» rufen, während heute die Naturdinge verschwinden und soziale Beziehungen erkalten. Heidi ist Sehnsucht nach der heilen Welt, nach einem Bett aus Stroh, nach frischer Milch von einem Tier mit einem Namen, nach Versöhnung, nach feuch­tem Gras unter den nackten Füssen. In alldem ist Heidi vor allem Pop: emotional und melancholisch, hoff­nungsvoll und politisch. In dieser Überschreibung werden die Geschichte des Waisenmädchens und ihre Darstellungen, Rezep­tionen und Übersetzungen vom Team um die Regisseurin Lena Reissner ent­- und re-mythisiert. Auch mit der neuen Leitung am Theater Freiburg geht unser Format x­change weiter: Für Heidi, das in Bern zu sehen ist, wird im Gegenzug unser mit dem Magazin Reportagen erarbeitetes, globales Rechercheprojekt #lookoftheday in Freiburg gastieren. Konzept & Überschreibung: Hayat Erdoğan, Lena Reissner Regie: Lena Reissner Bühne: Han Le Han Kostüme: Lena Rickenstorf Musik: Moritz Widrig, Joachim Flüeler Dramaturgie: Hayat Erdoğan Eine Koproduktion vom Theater Neumarkt und dem Theater Freiburg
Aufführungen | Schauspiel

Eichmann - wo die Nacht beginnt

Stadttheater Bern

Ein Name ist besonders verknüpft mit dem Plan, in Europa die jüdische Bevölkerung zu vernichten: Adolf Eichmann. 1960 wurde Eichmann in Argentinien verhaftet und in Israel vor Gericht gestellt. Die politische Theoretikerin Hannah Arendt hat anlässlich dieses 1961 in Jerusalem geführten Prozesses gegen den SS-Obersturmbannführer ihre berühmte Abhandlung Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen verfasst. In seinem neuen Stück schöpft der italienische Dramatiker Stefano Massini aus Gerichtsprotokollen dieser Verhöre, aus der deutschen und jüdischen Geschichtsschreibung und den Essays von Hannah Arendt und schafft daraus einen theatralen Dialog, der so nie stattgefunden hat. Eichmann – wo die Nacht beginnt ist ein Bericht darüber, wie ein selbst ernannter «Ingenieur» zur Ausarbeitung eines ebenso minutiösen wie unmenschlichen Planes kommt. Eichmann, das Monster, kommt dabei als erschreckend durchschnittlicher Mann daher. Und genau hier nimmt schliesslich das Böse Gestalt an: in der alltäglichsten und unvermuteten menschlichen Kleinheit. Regie: Roger Vontobel Mitarbeit Regie: Ilinca Purică Live-Musik: Sebastian Lötscher Bühne: Joanne Klopp Kostüme: Anouk Hufschmid Hirschbühl Licht: Reto Dietrich Dramaturgie: Julia Fahle Dramaturgie: Felicitas Zürcher Ca. 1h 45 ohne Pause
Aufführungen | Tanz

Carmen

Stadttheater Bern

Im Vordergrund von Jiří Pokornýs abendfüllendem Tanz­abend steht das altbekannte Drama von Liebe und Eifer­sucht. Doch Carmen basiert nicht nur auf der Geschichte seiner weiblichen Protagonistin, sondern nimmt daneben, ähnlich wie Prosper Mérimées literarische Vorlage, auch Don José in den Blick. Unfähig, den freiheitlichen Geist seiner Geliebten zu akzeptieren, führt ihn seine Liebe auf den Weg in eine emotionale Hölle: Eifersucht, Leiden­schaft und Rache bestimmen sein Denken und sein Handeln. Carmen folgt ihrem eigenen moralischen Kompass. Es ist nicht nur Don José, den sie damit gegen sich aufbringt. Jiří Pokorný choreografiert zur Musik von Rodion Schtschedrin, der Bizets Opernmusik zu einer abendfüllen­den Tanzmusik für Streichorchester und Schlaginstru­mente arrangierte. Zusätzlich hat der Choreograf Musik beim Komponisten Davidson Jaconello in Auftrag ge­geben, die dem Abend auch musikalisch eine zeitgenös­sische Dimension gibt. Choreografie: Jiří Pokorný Musikalische Leitung: Clément Lonca Bühne & Lichtdesign: Loes Schakenbos Kostüme: Marek Cpin Musik: Davidson Jaconello Dramaturgie: Václav Janeček Dramaturgie: Bettina Fischer Ca. 1h ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Weihnachtsgeschichte(n) neu erzählt

Stadttheater Bern

Die Weihnachtsgeschichte, wie du sie noch nie gehört hast: feministisch und mitten aus dem Leben. femXmas lädt Jugendliche und Erwachsene ein, die biblische Erzählung aus neuen, geschlechtersensiblen Perspektiven zu erleben – jenseits von alten Rollenbildern, im Text verwurzelt und doch ganz im Heute. Erzählt wird auf Mundart, frei und lebendig – mit musikalischer Begleitung am Kontrabass. Ein ökumenisches Projekt von den Frauendachverbänden femmes protestantes, Schweizerischen Katholischen Frauenbund und BibelErz. Ein ökumenisches Projekt der femmes protestantes und des Frauenbund Schweiz
Aufführungen | Schauspiel

Blutbuch

Stadttheater Bern

Der Senkrechtstart von Kim de l’Horizon sucht seinesgleichen: Nachdem der Debütroman Blutbuch 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises gelandet war, folgte die Nominierung auch in der Schweiz, und nach dem Deutschen Buchpreis auch der Schweizer Buchpreis. Seither macht Kim de l’Horizon im gesamten Kulturbetrieb ordentlich Furore – und das zu Recht. Blutbuch ist ein vielschichtiges, zärtliches, radikales Buch, das gleich auf mehreren Ebenen revolutionär ist: Es handelt von einer Blutbuche und einem Kind, das von dem Baum lernen will. Es geht um Grossmeer, die eine Grossmutter und gleichzeitig unendlich weit ist, und um Meer, die Mutter ist und vielleicht auch eine Hexe. Es geht um weibliche Genealogie, nicht definierbare Körper und Verwandtschaft jenseits von Familie. Kim de l’Horizon lotet Grenzen aus, jene der Sprache ebenso wie jene des Geschlechts, nennt das Blutbuch einen Anti-Roman, die Schreibweise «écriture fluide». Nach dem Erfolg von Hänsel & Greta & The Big Bad Witch, dem Stück, das Kim de l’Horizon als Hausautor*in am Schauspiel Bern schrieb, wird in der Saison 2025/26 als Wiederaufnahme eine Adaption von Blutbuch in der Regie von Sebastian Schug in Bern zu sehen sein. Regie & Fassung: Sebastian Schug Ausstattung: Nico (Nicole) Zielke Dramaturgie: Julia Fahle 1h 45 Minuten TW: Die Inszenierung enthält Schilderungen von expliziten sexuellen Handlungen und rassistische Sprache.

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