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Robert Walser-Zentrum

Das Zentrum
Das Robert Walser-Zentrum ist ein Kompetenz-Zentrum zu Robert Walser und Carl Seelig. Zur Sicherung, Inventarisierung, Erforschung und Vermittlung seiner Bestände unterhält es das Robert Walser-Archiv sowie eine Forschungsbibliothek und eine Wechselausstellung. Das Zentrum realisiert in eigener Regie sowie in Zusammenarbeit mit Partnern Ausstellungen, Veranstaltungen, Publikationen und Editionen.

Robert Walser-Archiv
Das Robert Walser-Archiv sammelt, erschließt und publiziert seit mehr als 30 Jahren das Werk des Dichters. Es verfügt über eine einzigartige Dokumentation von Manuskripten, biografischen Materialien und wissenschaftlicher Literatur. Die Bestände werden von Besucher/innen aus dem In- und Ausland rege genutzt.

Aufbewahrt werden die wertvollen und empfindlichen Manuskripte im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA) der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern. Die Autographen können von Benutzern in den Räumlichkeiten des Robert Walser-Zentrums in der Form von Digitalisaten eingesehen werden. In begründeten Fällen können ausnahmsweise die Originale im SLA konsultiert werden (die Anträge sind ans Robert Walser-Archiv zu richten).

Zu den mittel- und längerfristigen Arbeitsprojekten des Robert Walser-Archivs gehören die Inventarisierung, Katalogisierung, Digitalisierung und Konservierung der Bestände, die Unterstützung der neuen Gesamtausgabe, die im Robert Walser-Zentrum erarbeitet wird, der Erwerb wichtiger Handschriften, die sich noch in Privathand befinden, sowie die Beteiligung an der Erforschung und Vermittlung von Robert Walsers Werk in Form von Ausstellungen, Tagungen und Publikationen.

Robert Walser-Bibliothek
Das Robert Walser-Zentrum unterhält die führende Walser-Bibliothek, die alles sammelt, was Walser geschrieben hat und was über ihn geschrieben wurde; darunter fallen auch Übersetzungen, Zeitschriften und unpublizierte universitäre Arbeiten. Katalogrecherchen können über die Datenbank des Robert Walser-Zentrums vorgenommen werden; für die Konsultation der Bestände stehen temporäre Arbeitsplätze zur Verfügung. Ausleihen außer Haus sind nicht möglich.

Robert Walser-Ausstellung
Das Robert Walser-Zentrum zeigt in seinen Räumlichkeiten thematisch wechselnde Ausstellungen mit Büchern, Manuskripten, Fotografien und Informationsmaterialien zu Robert Walser, seinem Umfeld und seiner Wirkung.

Kontakt

Robert Walser-Zentrum
Marktgasse 45
CH-3011 Bern

Telefon: T +41 31 310 17 70
E-Mail: info@robertwalser.ch

 

Öffnungszeiten:
Robert Walser-Bibliothek / Robert Walser-Ausstellung
Mittwoch: 13–17 Uhr
Donnerstag: 13–17 Uhr
Freitag: 13–17 Uhr

Führungen
Das Robert Walser-Zentrum bietet Führungen für Gruppen bis zu 25 Personen an. Für Führungen ist grundsätzlich eine Anmeldung erforderlich (Kontakt).
Der Preis für eine ca. einstündige Führung beträgt 250 CHF. Für Führungen am Wochenende: Preis nach Vereinbarung.
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Robert Walser-Zentrum

1 Musik

»Sonst gebe ich die Sachen auch billiger« - Ruedi Häusermann Trio feat. Ariane von Graffenried: Robert Walser & das Büro

Jazzmusik und Spoken Word
mit Ariane von Graffenried (Word)
Ruedi Häusermann, Marco Käppeli, Daniel Studer (Musik)

Robert Walser war als Dichter auch ›Bürolist‹ in eigener Sache und führte das literarische Metier in das Zeitalter des Büros ein. Dieser unbekannten Seite widmet sich das Konzert »Sonst gebe ich die Sachen auch billiger«. Die Schriftstellerin und Spoken Word-Performerin Ariane von Graffenried liest aus Walsers Briefen an Verleger und Zeitungsredaktionen: Mal fordernd und kämpferisch, mal unterwürfig und kleinlaut im Ton geben sie Einblick in die irrwitzigen bürokratischen K(r)ämpfe und die prekären Lebensbedingungen Walsers. In einem Versuch, eine andere Sprache für diese Texte zu finden, werden die Briefe vom Walser-Liebhaber Ruedi Häusermann und seinem Jazztrio Häusermann/Käppeli/Studer musikalisch begleitet und interpretiert.

Mit einführenden Worten von Lukas Gloor (Leiter Robert Walser-Archiv und Walser-Bürolist).

Ariane von Graffenried ist Schriftstellerin und promovierte Theaterwissenschaftlerin. Sie ist Mitglied der preisgekrönten Autor*innengruppe Bern ist überall, Kuratorin des Internationalen Lyrikfestivals Basel und tritt als Spoken-Word-Performerin mit dem Musiker und Klangkünstler Robert Aeberhard im Duo Fitzgerald & Rimini auf. 2017 erschien ihr Buch Babylon Park, 2019 folgte 50 Hertz, eine CD mit Gedichtband. Für ihre Texte wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Der Komponist, Musiker und Regisseur Ruedi Häusermann wurde 1948 in Lenzburg geboren. Über die Jahre hinweg hat Häusermann eine eigene musiktheatralische Sprache geschaffen, für die er bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich (2011), dem Schweizer Theaterpreis (2018) und zuletzt mit dem Kunstpreis Kanton Aargau ausgezeichnet. Der Robert Walser-Fan taucht zusammen mit Daniel Studer und Marco Käppeli als Improvisationstrio in Traumreisen ab.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Robert Walser-Zentrum.

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Musik

Too much music

Ein Abend mit Ali Latif-Shushtari und Roman Brotbeck

Mit Ali Latif-Shushtari (Komponist), Roman Brotbeck (Musikwissenschaftler), Reto Sorg (Direktor, Robert Walser-Zentrum) und Tobias Reber.

Seit einem Jahrhundert übt Robert Walsers Werk Einfluss auf die Künste aus – so auch jüngst auf Ali Latif-Shushtaris Komposition für das Musikfestival Bern 2024. Wir verbringen einen Abend mit dem Komponisten und dem Walser-Kenner Roman Brotbeck und begeben uns auf die Suche nach Walsers Nachklingen in der zeitgenössischen Musik.



Wir freuen uns über jede Teilnahme!

Die Platzzahl ist limitiert. Tickets via Link: www.musikfestivalbern....

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1 Wettbewerb

Robert Walser-Preis

Seit 2018 ist das Robert Walser-Zentrum Partner des Robert Walser-Preises, des einzigen internationalen zweisprachigen Literaturpreises der Schweiz. Die Stiftung Robert Walser Biel/Bienne zeichnet mit ihm alle zwei Jahre Prosa-Debüts in Deutsch und Französisch aus, das nächste Mal im Herbst 2024.

Werke für den Robert Walser-Preis 2024 konnten bis Ende März 2024 eingereicht werden.

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2 Ausstellung

Bureau Bollito

Gruppenausstellung
Virginia Ariu | Peter Fischli | Lisa Hoever | Fabian Marti | Annina Matter | Ivan Mitrovic | Emanuel Rossetti
Idee und Konzept: Reto Sorg und Urs Zahn

Satelliten-Ausstellungen:
BEKB / Itten+Brechbühl AG / Schweizerische Post / Teo Jakob AG

Kunst ist weder Dekoration noch bloße Ware, sie ist raison d’être, ein Lebensmittel, macht Dampf, bringt uns zum Kochen und destilliert Ideen.

Bureau Bollito bespielt die Büros des Robert Walser-Zentrums. Für uns, die wir hier arbeiten, ist die Beziehung zwischen Literatur, bildender Kunst und Administration zentral. Um das Spannungsverhältnis zwischen ›freier‹ Kunst und reglementierter Büroarbeit zu exponieren, haben wir bereits Werke u.a. von Robert Frank, Thomas Hirschhorn, Pamela Rosenkranz und Thomas Schütte gezeigt – 2025 folgen Simone Fattal und Lika Nüssli.

Für den Schriftsteller Robert Walser (1878-1956) ist die Bildende Kunst zentral. Einerseits wächst er auf als jüngerer Bruder des Malers Karl Walser, dessen ›Sehsinn‹ ihn künstlerisch prägt, andererseits schreibt er selbst immer wieder über Kunstwerke und Malerei. Robert Walser ist aber auch einer der ersten, der Alltägliches, Profanes und Gewöhnliches zum Gegenstand der Literatur macht und über Büros und Angestellte schreibt. Er kennt diese Welt aus eigener Anschauung, da er in der Bieler Filiale der Berner Kantonalbank eine dreijährige KV-Lehre absolviert und bis hin zur Entscheidung, als freier Schriftsteller leben zu wollen, regelmäßig befristet als ›Commis‹ arbeitet. Robert Walser hat immer wieder über seine Erfahrungen als Angestellter geschrieben – nicht nur im Roman Der Gehülfe, sondern auch in kurzen Erzählungen, die inzwischen weltweit gelesen werden.

Umgekehrt zeigt sich seit den 1960er Jahren ein wachsendes Interesse an Robert Walser im Bereich der bildenden Künste. Die Beschäftigung von Kunstschaffenden mit Walser führte bislang zu zwei wichtigen Ausstellungen, an denen das Robert Walser-Zentrum maßgeblich beteiligt war: Die Reihe In the Spirit of Robert Walser in der Donald Young Gallery in Chicago und die Ausstellung Ohne Achtsamkeit beachte ich alles im Kunsthaus Aarau. Daneben beherbergt das Zentrum wiederholt Ausstellungen in den eigenen Räumen, etwa von Markus Zürcher, Robert Frank, Jürg Halter, Pamela Rosenkranz, Thomas Hirschhorn, Thomas Schütte oder Yves Netzhammer; Ausstellungen mit Simone Fattal und Lika Nüssli sind in Vorbereitung.

Bureau Bollito knüpft an diese Tradition an und lädt sieben Kunstschaffende ein, in den Büroräumen des Robert Walser-Zentrums in Bern auszustellen. Die Werke werden nicht in einen musealen, kommerziellen oder privaten Zusammenhang hineingestellt, sondern in einen Arbeitszusammenhang.

Bureau Bollito unterhält bei Berner Partnern Satelliten-Ausstellungen, die ebenfalls besucht werden können: BEKB, Itten+Brechbühl AG, Schweizerische Post und Teo Jakob AG.

Lesetipp: Robert Walser: Im Bureau. Aus dem Leben der Angestellten. Hg. von Reto Sorg und Lucas Marco Gisi. Berlin: Insel Taschenbuch 2013.

Mit freundlicher Unterstützung von BEKB, Itten+Brechbühl AG, Mobiliar, Pro Scientia et Arte, Ruth & Arthur Scherbarth Stiftung, Schweizerische Post, Stanley Thomas Johnson Stiftung und Teo Jakob AG.

Dank an Hässig, Milieu und Kunsthalle Bern.

Geöffnet: Mittwoch bis Freitag, 11–17 Uhr (oder nach Vereinbarung)
Vernissage: 13. und 14. Januar 2024, jeweils 11–17 Uhr (Berner Galerienwochenende)

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1 Treff

»Bureau Bollito«-Mittagstisch

Von Februar bis Dezember 2024 findet im Rahme der Ausstellung Bureau Bollito im Robert Walser-Zentrum an jedem ersten Donnerstag im Monat ein öffentlicher Mittagstisch statt. Treffpunkt ist der große Tisch im Bibliotheksraum, um den sich alle, die sich für Robert Walser und Bureau Bollito interessieren, versammeln. Das Treffen ist unmoderiert und formlos. Es braucht keine Anmeldung. Aus praktischen Gründen werden die Teilnehmenden gebeten, ihr Mittagessen selbst mitzubringen. Alkoholfreie Getränke werden vom Robert Walser-Zentrum offeriert.

Am Mittagstisch kommen unterschiedliche Welten zusammen: Kunstschaffende und Postangestellte, Germanistinnen und Innendekorateure, Managerinnen, Mäzene und Pensionierte. Der Mittagstisch bringt das Büro, die Kunst und Menschen an einen Tisch. Man lernt sich kennen, tauscht sich aus, bespricht die Bilder wie auch die Ausstellung als Ganzes.

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Ausstellung

Carl Seeligs Wanderungen mit Robert Walser

Dauerausstellung

Die letzten 23 Jahre seines Lebens verbrachte Robert Walser in der psychiatrischen Klinik von Herisau, wo ihn der Journalist Carl Seelig regelmäßig besuchte. Über die gemeinsamen Ausflüge ins Umland verfasste Seelig, der auch literarisch tätig war, das Erinnerungsbuch Wanderungen mit Robert Walser. Auch wenn die Authentizität der überlieferten Gespräche umstritten ist, fasziniert das Buch, das in erweiterter Neuausgabe vorliegt, nachhaltig. Durch das verbindende Gehen und Reden wird die Ostschweizer Landschaft zum Schauplatz einer spektakulären Rekapitulation von Robert Walsers Schriftstellerleben. Die Ausstellung, die am 3. September eröffnet, inszeniert diesen suggestiven Erinnerungsraum durch das Relief der durchwanderten Gegend und eine Panoramafotografie des Blicks, der sich heute von der Klinik in Herisau aus bietet.

Carl Seelig war nicht nur Journalist und Schriftsteller, sondern auch Mäzen und Förderer zahlreicher Autorinnen und Autoren, insbesondere zur Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft. Ab 1936 besuchte er den in der Klinik literarisch verstummten und nahezu vergessenen Robert Walser, um mit ihm gemeinsame Ausflüge zu unternehmen. Kreuz und quer durchwandern sie die Ostschweiz, zwischen Bodensee und Säntis, Appenzellerland und Toggenburg. Ausgangs- und Endpunkt ist jeweils die Heil- und Pflegeanstalt Herisau, in der Walser seit 1933 bis zu seinem Tod 1956 lebte.

Carl Seeligs 1957 erstmals publiziertes Werk hat Walsers Wirkungsgeschichte stärker geprägt als jedes andere Buch. Es half, den Autor wiederzuentdecken und verlieh ihm das Image eines gutmütigen, ebenso vernünftigen wie querstehenden Königs der Spaziergänger. Zur neuen Ausstellung des Robert Walser-Zentrums erscheint der Klassiker einer literarischen Freundschaft in erweiterter Neuausgabe, die Seeligs Mehrfachrolle als Vertrauter, Vormund und Sprachrohr des Dichters deutlich macht.

Auf den vierundvierzig im Buch dokumentierten Wanderungen kommt Robert Walsers ganzes literarisches Leben zu Sprache – die Abenteuer des kauzigen Schweizers im mondänen Berlin ebenso wie die »bitterböse, gefährliche Schlange« der Erfolglosigkeit, die ihn 1913 zurück in die Schweiz führte. Und Seelig demonstriert, welch wacher Zeitgenosse Walser selbst in der Klinik war. Da werden Unterhaltungen über die Lieblingsautoren Heinrich von Kleist, Johann Wolfgang von Goethe und Gottfried Keller geführt, da wird über den »literarischen Cliquenbetrieb« gelästert und der eigene Misserfolg thematisiert. Stets lässt Seelig, der mit Geistesgrößen wie Thomas Mann, Nelly Sachs, Albert Einstein oder Robert Musil in Kontakt stand, dezent eigenes Wissen einfließen.

Die bald redselig, bald lakonisch formulierten Gespräche und Reflexionen lesen sich wie eine Autobiografie Robert Walsers – erzählt von einem andern. Mit dem ausladenden Holzrelief, das die Berner Fachhochschule in Biel hergestellt hat, und der raumfüllenden Panoramaaufnahme des Fotografen Dominique Uldry inszeniert die Ausstellung den Erinnerungsraum des Buchs, in welchem man die Wege der beiden Protagonisten suchen, verfolgen und imaginieren kann.

Publikation
Die zur Ausstellung erschienene Neuausgabe der Wanderungen mit Robert Walser stellt den Text der Erstausgabe wieder her, ist um Fotografien erweitert, verfügt über ein neues Nachwort und liegt zugleich auf Deutsch und auf Französisch vor: Carl Seelig: Wanderungen mit Robert Walser. Hrsg. von Lukas Gloor, Reto Sorg und Peter Utz. Berlin: Suhrkamp 2021 (Bibliothek Suhrkamp; 1521) / Carl Seelig: Promenades avec Robert Walser. Nouvelle édition. Ed. par Lukas Gloor, Reto Sorg et Peter Utz. Trad. par Marion Graf. Genève: Éditions Zoé 2021.

Partner
Galerie da Mihi, Gesellschaft zu Ober-Gerwern, Editions Zoé, IttenBrechbühl AG, Museum Herisau, Neues Museum Biel, Pro Scientia et Arte, Selection Schwander, Suhrkamp Verlag und USM U. Schärer Söhne AG.

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Freitag, 13–17 Uhr

Freier Eintritt, Führungen auf Anfrage

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Ausflug

Wandern mit Carl Seelig und Robert Walser

Robert Walser gilt als großer Spaziergänger. In seinen Texten wimmelt es von ausgedehnten Wanderungen und gemütlichen Gängen. Zum Image als »König der Spaziergänger« hat Carl Seelig erheblich beigetragen mit seinem Erinnerungsbuch Wanderungen mit Robert Walser.

Einige der Wanderungen von Carl Seelig und Robert Walser haben wir auf den digitalen Karten von Swisstopo nachgezeichnet. Sie können alle Tools der Kartenexperten nutzen: die offiziellen Wanderwege und die Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs anzeigen lassen sowie mit alten Karten auf ›Zeitreisen‹ gehen.

Carl Seelig besuchte Robert Walser ab 1934 bis zu seinem Tod 1956 regelmäßig in Herisau. Die beiden gingen auf längere und kürzere Wanderungen, in denen auch das Essen und Trinken nicht zu kurz kam.

Die 45 Wanderungen, die Seelig in den Wanderungen mit Robert Walser beschreibt, lassen sich nur streckenweise genau nachvollziehen. Vielerorts ist unklar, wo genau die beiden durchwanderten. Häufig dürften sie die damals wenig befahrenen Hauptstraßen gewählt haben. Heute gibt es in der Region zahlreiche Wanderwege. Eine Auswahl der Wanderungen haben wir zum Nachwandern mit Karten dargestellt – es sind Näherungen auf der Basis des Textes, Vervollständigungen der Beschreibungen Seeligs, die je nach Lust und Laune abgeändert werden können.

Die Karten sind zu verstehen als Einladung, die Region zu erkunden, in der Robert Walser die letzten 23 Jahre seines Lebens verbrachte.

Die einzelnen Textausschnitte stammen aus der erweiterten Neuausgabe: Carl Seelig: Wanderungen mit Robert Walser. Herausgegeben von Lukas Gloor, Reto Sorg und Peter Utz. Berlin: Suhrkamp 2021 (Bibliothek Suhrkamp; 1521).

#1: Herisau – St. Gallen
Die erste Wanderung führte von der Klinik in Herisau in die Stadt St. Gallen.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/1-herisau-st-gallen

#2: St. Gallen - Speicher - Trogen - Gäbris
Mit dem Gäbris wurde ein schöner Aussichtspunkt bestiegen.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/2-st-gallen-speicher-trogen-gaebris

#3: Rehetobel – Heiden – Thal – Buechberg – Buechen – Rorschacherberg – Rorschach
Während sie durch das Dörfchen Buechen wanderten, gewitterte es.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/3-rehetobel-heiden-tal-buechberg-buechen-rorschacherberg-rorschach

#5: Herisau – Lichtensteig
Diese Wanderung fand an Robert Walsers 60. Geburtstag statt.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/5-herisau-lichtensteig

17: Herisau – Winkeln – Bruggen – St. Gallen
Vor dem Geburts- und Sterbehaus des Reformators Vadian in St. Gallen blieben die beiden länger stehen.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/17-herisau-winkeln-bruggen-st-gallen

#40: Herisau – Solitüde – St. Gallen
Zum Aussichtspunkt der »Solitüde« gelangten sie, nachdem sie eine tiefe Schlucht durchquert hatten.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/40-herisau-solituede-st-gallen

#45: Herisau – Roserberg – Wachtenegg
Die letzte Wanderung – wie Carl Seelig sie sich ausmalte.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/45-walsers-letzte-wanderung

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Ausstellung

»Healer Scrolls«, Pamela Rosenkranz, 2022

Im Rahmen des Berner Galerien-Wochenendes vom 15./16. Januar 2022 wurde im Robert Walser-Zentrum die neue Büro-Ausstellung Pamela Rosenkranz »Healer Scrolls« eröffnet. Der Titel berührt die Bedeutungsfelder ›Heiler, Heilung, heilsam‹ und ›Papierrollen, Schriftstücke, blättern‹.

Für Rosenkranz ist Robert Walser seit Langem ein wichtiger Autor. Das Motiv des Blätterns und Lesens in wertvollen Texten und die für die Ausstellung leitende Thematik des Tierischen schlägt die Brücke zu dem Schriften aufbewahrenden Zentrum und zu Robert Walser, den ›das Tier‹ ebenfalls fasziniert hat.

Pamela Rosenkranz (* 1979 in Uri, Schweiz) lebt und arbeitet in Zürich und in Zug.

Besucher*innen können die filigranen und schillernden Werke in den einzelnen Büros, während der üblichen Öffnungszeiten besichtigen. Mittwoch bis Freitag, 13–17 Uhr oder auf Anfrage.

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Ausstellung

Robert Walser-Archiv

Das Robert Walser-Archiv sammelt alle Materialien zum Leben und Werk von Robert Walser und Carl Seelig.

Sammlungsschwerpunkte
Den wichtigsten Schwerpunkt bildet die Sammlung Robert Walser, die weltweit größte Sammlung von gedruckten und ungedruckten Dokumenten zu Robert Walsers Leben und Werk. Der Nachlass Robert Walsers bildete den Ausgangspunkt der Sammlung, diese wurde laufend ergänzt durch Manuskripte, Briefe, Lebensdokumente, Erstdrucke und spätere Buchausgaben, Übersetzungen, Bearbeitungen für Theater, Hörspiel, Film etc. sowie eine umfassende Sammlung der Sekundärliteratur (Monografien, Aufsätze, Zeitungsartikel, unveröffentlichte universitäre Arbeiten etc.). Weitere Schwerpunkte dieser Sammlung sind die (Teil-)Nachlässe der Geschwister Robert Walsers sowie literarische Zeitschriften der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Charakteristisch für Walsers Werk ist eine extreme publizistische Zerstreuung: Von 1898 bis in die 1930er Jahre hat er mehr als 1000 Texte in über 100 verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen publiziert. Walsers Texte wie auch die Dokumente zu seinem Leben mussten erst in langwieriger Recherche aufgespürt und zusammengetragen werden. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen und noch immer werden neue Texte gefunden.

Der Nachlass Carl Seelig und die Materialien zu Leben und Werk des Schriftstellers, Verlegers und Literaturförderers bilden einen zweiten Sammlungsschwerpunkt.

Zur Geschichte des Archivs
Das Robert Walser-Archiv wurde 1973 von der Carl Seelig-Stiftung Zürich gegründet und war aus der Hinterlassenschaft des Zürcher Publizisten, Schriftstellers und Mäzens Carl Seelig (1894–1962) hervorgegangen. Seelig hatte Walser in der Heil- und Pflegeanstalt Herisau regelmässig besucht und war 1944 dessen Vormund geworden. Walsers Nachlass hatte Seelig bereits 1937 von der Schwester Lisa Walser erhalten, dazu war nach Walsers Tod ein weiteres Konvolut gekommen. Die Schwester Fanny Hegi-Walser hatte die Rechte an Walsers Nachlass an die Carl Seelig-Stiftung übertragen mit der Auflage, dass dieser in einem eigenen Archiv verwahrt und der Forschung zugänglich gemacht werde.

Dem Archiv wurden im Laufe seiner Tätigkeit auch die Nachlässe von Hugo und Emmy Ball-Hennings, Josef Halperin, Max Müller (Friedrich Glauser-Sammlung), Ossip Kalenter sowie das Archiv des Steinberg-Verlags Zürich anvertraut. Diese Bestände sind zwischen 2008 bis 2011 erschlossen und ins Schweizerische Literaturarchiv SLA der Schweizerischen Nationalbibliothek überführt worden.

Bis zur Überführung nach Bern im Jahr 2009 war das Robert Walser-Archiv an der Beethovenstrasse 7, 8002 Zürich, domiziliert.

Das Robert Walser-Archiv ist Dienstag bis Freitag nach Vereinbarung geöffnet.

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Online

Kurzfilme - Videoclips zur neuen Studienausgabe der Werke Robert Walsers

Das Robert Walser-Zentrum geht neue filmische Wege

Das Robert Walser-Zentrum hat zusammen mit dem Filmemacher Matthias Günter acht Kurzfilme zu ausgewählten Büchern von Robert Walser produziert.

Damit erweitert das Robert Walser-Zentrum seine etablierten Kommunikationswege. Die zwei bis drei Minuten langen Clips featuren einzelne Bände der neuen Berner Ausgabe der Werke Robert Walsers und sprechen ihr Publikum primär über soziale Medien an, können aber auch im Kino oder an Veranstaltungen gezeigt werden.

Die ruhigen und suggestiven Filme kombinieren vier Elemente: Ansichten von Wegen und Straßen aus der Sicht gehender Personen, Texte Walsers, gesprochen vom Schauspieler Stefan Kurt, Gedanken, die sich im Film auftretende Leserinnen und Leser zum entsprechenden Text machen, und eine unterlegte Tonspur des Klang- und Installationskünstlers Zimoun.

Die Berner Ausgabe der Werke Robert Walsers ist die neue Referenzausgabe für das breite Lesepublikum. Sie wird im Robert Walser-Zentrum in Bern erarbeitet und erscheint im Suhrkamp-Verlag Berlin.

Finanziert werden die Clips aus dem Fonds für Transformationsprojekte, den der Kanton Bern eingerichtet hat, um kulturellen Institutionen zu helfen, neue Publikumssegmente zu erreichen und ihr bestehendes Publikum auf neuen Wegen anzusprechen.

Regie und Kamera: Matthias Günter
Sprecher: Stefan Kurt
Mit: Jessica Brunner, Gelgia Caviezel, Lukas Gloor, Mina Hava, Stefan Humbel, Meral Kureyshi, Barbara Loop, Osamu Okuda, Lumeng Qin, Peter Stocker, Bruno Zgraggen und Chantal Ziegler
Musik: Zimoun
Mischung: Bluebox Studio

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Online

Youtube-Kanal Robert Walser Zentrum

Der Autor Robert Walser fasziniert mit seinem Werk und seinem Leben, Menschen rund um die Welt. Das Robert Walser-Zentrum widmet sich der Pflege und Vermittlung seines Werks. Auf diesem Kanal finden sich sowohl Videos, die das Robert Walser-Zentrum selbst erstellt oder veranlasst hat als auch Playlists zu Robert Walser, die von Personen aus aller Welt über ihn gemacht wurden.

Im Youtube-Kanal zeigen wir Beiträge, die von Robert Walser und den Aktivitäten des Robert Walser-Zentrums handeln – organisiert nach Playlists:

www.youtube.com/channel/UCn7YI6rOzm45DR1kQ-NbMBQ

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Robert Walser-Zentrum

Das Zentrum
Das Robert Walser-Zentrum ist ein Kompetenz-Zentrum zu Robert Walser und Carl Seelig. Zur Sicherung, Inventarisierung, Erforschung und Vermittlung seiner Bestände unterhält es das Robert Walser-Archiv sowie eine Forschungsbibliothek und eine Wechselausstellung. Das Zentrum realisiert in eigener Regie sowie in Zusammenarbeit mit Partnern Ausstellungen, Veranstaltungen, Publikationen und Editionen.

Robert Walser-Archiv
Das Robert Walser-Archiv sammelt, erschließt und publiziert seit mehr als 30 Jahren das Werk des Dichters. Es verfügt über eine einzigartige Dokumentation von Manuskripten, biografischen Materialien und wissenschaftlicher Literatur. Die Bestände werden von Besucher/innen aus dem In- und Ausland rege genutzt.

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Zu den mittel- und längerfristigen Arbeitsprojekten des Robert Walser-Archivs gehören die Inventarisierung, Katalogisierung, Digitalisierung und Konservierung der Bestände, die Unterstützung der neuen Gesamtausgabe, die im Robert Walser-Zentrum erarbeitet wird, der Erwerb wichtiger Handschriften, die sich noch in Privathand befinden, sowie die Beteiligung an der Erforschung und Vermittlung von Robert Walsers Werk in Form von Ausstellungen, Tagungen und Publikationen.

Robert Walser-Bibliothek
Das Robert Walser-Zentrum unterhält die führende Walser-Bibliothek, die alles sammelt, was Walser geschrieben hat und was über ihn geschrieben wurde; darunter fallen auch Übersetzungen, Zeitschriften und unpublizierte universitäre Arbeiten. Katalogrecherchen können über die Datenbank des Robert Walser-Zentrums vorgenommen werden; für die Konsultation der Bestände stehen temporäre Arbeitsplätze zur Verfügung. Ausleihen außer Haus sind nicht möglich.

Robert Walser-Ausstellung
Das Robert Walser-Zentrum zeigt in seinen Räumlichkeiten thematisch wechselnde Ausstellungen mit Büchern, Manuskripten, Fotografien und Informationsmaterialien zu Robert Walser, seinem Umfeld und seiner Wirkung.
Öffnungszeiten:
Robert Walser-Bibliothek / Robert Walser-Ausstellung
Mittwoch: 13–17 Uhr
Donnerstag: 13–17 Uhr
Freitag: 13–17 Uhr

Führungen
Das Robert Walser-Zentrum bietet Führungen für Gruppen bis zu 25 Personen an. Für Führungen ist grundsätzlich eine Anmeldung erforderlich (Kontakt).
Der Preis für eine ca. einstündige Führung beträgt 250 CHF. Für Führungen am Wochenende: Preis nach Vereinbarung.

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Literatur / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Literatur / Lesung Buchtipp
Literatur / Lesung Berner Literaturfest Bern, Seftigenstr. 10a
Literatur / Lesung ONO Bern Bern, Kramgasse 6

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