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Aufführungen / Kulturveranstaltung Dampfzentrale Bern Bern, Marzilistr. 47
Aufführungen | Schauspiel

Cyrano de Bergerac

Stadttheater Bern

Scharf ist Cyranos Degen, sein Regiment gefürchtet, er ist intelligent, witzig und schlagfertig. Vor allem ist er jedoch ein Künstler der Worte und Reime: Wenn er dich­tet, liegt ihm die Welt zu Füssen. Wenn da nur nicht diese grosse Nase wäre. Sie hindert ihn daran, der schö­nen Roxane seine Liebe zu gestehen, die ihrerseits aber dem durchaus attraktiven Christian de Neuvillette verfallen ist. Was sie dabei nicht weiss: Die herzzer­reissenden Liebesbriefe Christians entstammen nicht dessen eigener Feder, sondern der seines Freundes und Kollegen Cyrano … Wofür werden wir geliebt? Und wer oder was de­finiert unsere Sexyness? Der Kampf um Anerkennung und Liebe durch ein attraktives Äusseres lässt wohl nie­manden kalt. Ganze Industriezweige sind darauf aus­gerichtet, dass sich Menschen schöner und sexyer fühlen und daraus einen grossen Teil ihres Selbstwerts be­ziehen. Doch verspricht Schönheit auch Glück? Cyrano de Bergerac berührt eine wohl universelle Sehnsucht: den Wunsch, um unserer selbst willen geliebt zu werden. Mit Witz, Wort­- und Waffengefecht und einer guten Prise Romantik bringt Regisseur und Schauspieler Wolfgang Michalek die Geschichte um die tragischen Liebenden und die Frage nach dem Kapital der Schön­heit auf die Bühne. Regie: Wolfgang Michalek Bühne: Natascha von Steiger Kostüme: Maja Lipinski Licht: Rolf Lehmann Dramaturgie: Krystian Podwórny Live-Musik: Max Braun ca. 1h 45min ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Physiker

Stadttheater Bern

Drei Physiker leben zurückgezogen von der Welt in ­einer verlotterten Villa: Einstein, Newton und Möbius. Die ­Villa gehört zum privaten Sanatorium Les Cerisiers, geführt von der ebenso reizenden wie fürsorglichen Frau Doktor Mathilde von Zahnd. Doch dann geschehen innerhalb kürzester Zeit mehrere Morde. Ein Kriminal­inspektor beginnt zu ermitteln, und die Tarnung aller Be­teiligten fliegt auf. «Es gibt keine Möglichkeit, Denkbares geheim zu halten», schrieb Dürrenmatt in den 50er-Jahren ­unter dem Eindruck der Entwicklung der Atombombe und erschuf in der Folge seinen Physiker Möbius: Der Entdecker der potenziell zerstörerischen Weltformel versteckt sich unter der Maske eines verrückten Wissenschaftlers und versucht so, seine Erfindung vor der Menschheit zu verbergen. Mit der 1962 uraufgeführten Kriminalkomödie Die Physiker fragt Dürrenmatt nach dem Verhältnis von Forschung und Verantwortung. Was, wenn Wissenschaft in den Fokus politischer Inte­ressen gerät? Wenn Er­fin­dungen nicht mehr zum Nutzen der Menschheit einge­setzt werden, sondern zu ­deren Zerstörung? In Zeiten militärischer Aufrüstung im In- und Ausland und rasanter Entwicklung von KI bringen wir die Inszenierung von Mathias Spaan aus der Spielzeit 2023/24 zurück ins Stadttheater. Regie: Mathias Spaan Bühne: Anna Armann Licht: Bernhard Bieri Kostüme: Dominique Steinegger Musik: Tom Gatza Dramaturgie: Felicitas Zürcher
Aufführungen | Schauspiel

Trophäe

Stadttheater Bern

Endlich ist sie da, die Jagdlizenz für das Spitzmaulnashorn, für die Hunter White auf dem Schwarzmarkt eine unan­ständige Summe bezahlt hat. Um Geld geht es ihm nicht, er ist beglückt von dem Gedanken, endlich die Nummer Fünf seiner Big Five zu erjagen und als Trophäe mit nach Hause zu nehmen. Doch dann geht alles schief, und Wilderer erlegen das für ihn vorgesehene Nashorn. Als der Betreiber der Luxus­-Lodge mitten in der Steppe die komplexen Fragen um Artenschutz, Tourismus und Jagd mit dem Schutz von Minderheiten vergleicht, gerät der weisse Jäger in einen verstörenden Fiebertraum. Hat er wirklich das Angebot erhalten, statt des Nashorns die Big Six zu verfolgen, die Jagd auf einen Menschen? Im Ge­wand eines Thrillers wirft die belgische Drehbuch­- und Romanautorin Gaea Schoeters einen Blick auf die post­koloniale Welt und die komplexen Fragen von Herrschaft, Macht und Menschlichkeit und hinterfragt gleichzeitig die unverändert präsenten Stereotype, mit denen der Westen auf «Afrika» blickt. Der Berner Schauspieldirektor Roger Vontobel wird Gaea Schoeters aufwühlenden Roman als Oratorium und Abgesang auf die Vorherrschaft des weissen Mannes auf die Bühne bringen. Nach dem Roman von Gaea Schoeters Regie: Roger Vontobel Bühne: Olaf Altmann Kostüme: Jana Findeklee & Joki Tewes Musik: Matthias Herrmann Choreografie: Emma Murray Lichtdesigner: Michael Gööck Dramaturgie: Felicitas Zürcher ca. 1h 45min ohne Pause Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Aufführungen | Schauspiel

Ewige Sonne

Stadttheater Bern

Premiere: 24.10.2026 nach den Romanen Sturz in die Sonne und Dorf im Himmel von Charles Ferdinand Ramuz Deutsch von Steven Wyss, in einer Fassung von Felicitas Zürcher und Tilmann Köhler Der Schriftsteller, Lyriker und Essayist Charles Ferdinand Ramuz, geboren in Lausanne, hat vor gut 100 Jahren zwei Romane geschrieben, die sich ebenso poetisch wie dringlich mit den berühmten letzten Fragen auseinandersetzen: Wofür lohnt es sich zu leben? Und wie ­stehen wir zu unserer eigenen Endlichkeit? Der Hitzesommer 1921 inspirierte Ramuz zum Ge­dankenexperiment Sturz in die Sonne: Durch einen ­Unfall im Gravitationssystem wird die Erde immer heisser und rast unweigerlich auf ihr Ende zu. Damals wusste der Autor noch nichts vom Klimawandel, und dennoch verfasste er eine beinahe prophetische ­Studie über den Umgang der Menschen mit dem Tod. Dorf im Himmel dagegen liest sich als Utopie ebenso wie als Parabel auf die aktuelle Schweiz: Die Bewohner*innen eines kleinen Bergdorfes steigen aus ihren Gräbern und kehren zurück in ihre Leben – ohne Schmer­zen, Sorgen, ­Krankheit oder Tod. Doch irgendwann schleichen sich Langeweile und Überdruss in dieses Paradies ein und drohen es zu zerstören. Obwohl Ramuz mehrmals als Literaturnobelpreisträger gehandelt wurde, ist er im deutschsprachigen Raum nahezu unbekannt: Beide Romane erschienen in den vergangenen Jahren zum ­ersten Mal auf Deutsch – in der Übersetzung des jungen Thuners Steven Wyss. Nach der Inszenierung Von schlechten Eltern 2021 kehrt der ­Regisseur ­Tilmann Köhler nach Bern zurück und bringt die beiden ­Romane als Doppelabend auf die Bühne. Regie: Tilmann Köhler Bühne: Karoly Risz Kostüme: Susanne Uhl Musik: Matthias Krieg Dramaturgie: Felicitas Zürcher
Aufführungen | Schauspiel

Chrüsimüsi

Stadttheater Bern

Uraufführung: 18.9.2026 nach Erzählungen von Adelheid Duvanel In einer Bearbeitung von Eléonore Bonah und Maria Clara Castioni Das Werk der Basler Schriftstellerin und Malerin ­Adelheid Duvanel zählt zu den wichtigsten literarischen Wiederentdeckungen der letzten Jahre. In ihren sozialkritischen, miniaturartigen Erzählungen beschreibt sie mit grosser Genauigkeit und Empathie das Leben beziehungsweise Überleben derer, die an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden. Wir begegnen Träumenden, Drogenabhängigen, alleinerziehenden Müttern in prekären Verhältnissen, einsamen Aussenseiter*innen. Dabei steckt in ihren Texten immer beides: Sanftheit und Härte, Humor und Verzweiflung, Wünsche und Zumutungen, städtisches Milieu und magische Naturzustände. Und über all dem schwebt stets der stille Jubel, am Leben zu sein – dennoch, immer noch. «Vielleicht ist Duvanels Werk eine Art Schule der Vergebung», so die Literaturwissenschaftlerin Elsbeth ­Dangel-Pelloquin. Die beiden Theatermacherinnen Eléonore ­Bonah und Maria Clara Castioni setzen sich mit dem Kosmos Duvanel auseinander und werden ihn dreisprachig zur Uraufführung bringen. Mit dieser Arbeit beenden sie ihre dreijährige Residenz an der Comédie de Genève. In Kooperation mit Bühnen Bern, dem LAC Lugano und der Comédie de Genève schaffen sie einen Raum für fröhlichen Widerstand gegen die Gewalt der Wirklichkeit. Regie & Ausstattung: Eléonore Bonah, Maria Clara Castioni Mitarbeit Kostüme: Giulia Marcotullio Sounddesign: Rudy Decelière Dramaturgie: Julia Fahle In deutscher, französischer und italienischer Sprache mit Übertiteln Koproduktion mit der ­Comédie de Genève und Tüdi Productions; in Kooperation mit dem LAC Lugano Mit Unterstützung des Prix Tremplin Leenaards / La Manufacture
Aufführungen | Schauspiel

Spind’l… Sp’ich’r – Still’

Stadttheater Bern

Premiere: 4.9.2026 Wohlstand, Demokratie und Freiheit im Herzen Europas: Das ist die Schweiz! Doch das Bild trügt. Lange war die Schweiz das Armenhaus Europas. Und bis in die 1970er- Jahre gingen Behörden in der ganzen Schweiz im ­Namen von Recht und Ordnung gegen Personen vor, deren ­Lebensweise nicht der gesellschaftlichen Norm entsprach. Als «arbeitsscheu» und «liederlich» abgestempelt, wurden vor allem junge Frauen willkürlich in Heime ­eingewiesen – die Armut wurde bekämpft, ­indem man die Armen bekämpfte. Unter dem Deckmantel von «­Erziehung» und «Therapie» zwang man sie zu harter ­Arbeit in der Landwirtschaft oder in Fabriken. Diese «Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen» sind nicht nur Einzelschicksale, sondern betrafen Zehn­tausende und sind Teil eines kollektiven Traumas, das über Genera­tionen nachwirkt. Der Schweizer Autor Alexander Stutz hat Betroffenen zugehört, Archive durchforstet und daraus ein Stück entwickelt, das den Erinnerungen der Menschen ebenso nachhorcht wie dem Rhythmus der Maschi­nen in den Fabriken. Gleichzeitig entsteht das Porträt einer Gesellschaft, die allzu gerne Leid übersieht und ak­zep­tiert, wenn es als nützlich, gerechtfertigt oder notwendig angesehen wird. Inszenieren wird die junge Regisseurin Amelie von Godin, die sich bereits mit der Uraufführung von Anaïs Clercs Schimmernde ­Schluchten in Bern vorgestellt hat. Regie: Amelie von Godin Austattung: Kristin Buddenberg Musik: Christine Hasler Licht: Reto Dietrich Chor: Julia Kiesler Dramaturgie: Krystian Podwórny
Aufführungen | Schauspiel

Wachtmeister Studer

Stadttheater Bern

Wachtmeister Studer von der Kantonspolizei will den gerade verhafteten Erwin Schlumpf in seiner Zelle noch einmal besuchen. Doch der hängt schon leblos an den Gitterstäben! Studer kann ihn gerade noch herunterholen und wiederbeleben. Er glaubt nicht an Erwin Schlumpf als Täter, macht sich daran, den Mordfall Wendelin Witschi aufzuklären – und bekommt es mit einem ganzen Dorf zu tun. Der Schweizer Autor Friedrich Glauser verfasste die fünf Wachtmeister-Studer-Krimis in den letzten drei Jahren seines Lebens – geprägt von Entmündigung, Drogenabhängigkeit und Internierungen in psychiatrischen Anstalten – und begründete damit seinen literarischen Ruhm. Nach Romeo und Julia spielt das Schauspiel Bern auch im kommenden Sommer wieder Open Air in der Villa Morillon, wo Wachtmeister Studer, knorrig und unerschrocken, zu ermitteln beginnen wird – und von wo aus sich das «Schauspiel-Mobil» mit einer weiteren Produktion aufmacht, um in Gerichtssälen, Schulaulas, Hotels oder Gemeindesälen zu gastieren. Regie: Jonathan Loosli Bühne: Konstantina Dacheva Kostüme: Dominique Steinegger Dramaturgie und Fassung: Felicitas Zürcher Outside eye: Roger Vontobel Ca. 1h 30 Schweizerdeutsch und Hochdeutsch
Aufführungen | Schauspiel

Kohlhaas

Stadttheater Bern

Uraufführung: 10.10.2026 nach der Novelle von Heinrich von Kleist in einer Fassung von Dorle ­Trachternach und ­Joanna Praml Michael Kohlhaas ist hässig: An einer Grenze werden ihm seine wohlgenährten Pferde unter fadenscheinigen Vorwänden abgenommen. Was Kohlhaas ahnte, stellt sich später als wahr heraus: Der gesamte Vorgang war unrechtmässig. Doch damit nicht genug. Die Pferde wurden fast zu Tode geschunden und sein Knecht misshandelt. Kohlhaas will Gerechtigkeit! Statt auf Unterstützung stösst er jedoch auf einen korrupten Rechtsapparat und ­beginnt einen Rachefeldzug, der gewaltvoll eskaliert. Als Kleist zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ­Novelle Michael Kohlhaas schrieb, hatte er mit dem Kaufmann Hans Kohlhase selbst einen historischen Unrechtsfall vor Augen. Doch egal welches Jahrhundert: Menschen wollen gehört und ernstgenommen werden! Nach dem Erfolg von Frühlingserwachen kommt das Team um Regisseurin Joanna Praml wieder nach Bern und fragt mit Berner Jugendlichen: Was macht uns heute wütend? Wie funktioniert ein Rechtsstaat? Wer bringt den Stein ins Rollen und wie wird ­daraus eine Revolution? Was ist der Unterschied zwischen Zivil­courage und zivilem Ungehorsam? Für was lohnt es sich zu kämpfen, was ist Radikalisierung, und ab wann ist es nicht mehr lustig? Regie: Joanna Praml Text: Joanna Praml, Dorle Trachternach Ausstattung: Inga Timm Musik: Hajo Wiesemann Dramaturgie: Dorle Trachternach Dramaturgie: Krystian Podwórny
Aufführungen | Oper

Don Giovanni

Stadttheater Bern

Premiere: 14.11.2026 Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart Libretto von Lorenzo Da Ponte «Viva la libertà!» singen die Protagonist*innen am Ende des ersten Aktes von Mozarts Dramma giocoso Don ­Giovanni. Doch was heisst Freiheit hier eigentlich? Ist es Giovannis Freiheit, jede Frau zu jedem Zeitpunkt hemmungslos zu begehren? Oder doch eher die aufklärerische Idee einer Gesellschaft ohne Ständeschranken? Und wie frei sind die Menschen, die sich gegen ihre innere Abhängigkeit von Giovanni zu ­wehren versuchen? Mozart hat mit Lorenzo Da Ponte einen Blick in die Herzen der Menschen gewagt und dort Hoffnung, Schmerz, Begehren, Geist und Witz gefunden. Die Musik macht die Menschen reich und pur zugleich – beste Voraussetzungen für den Regisseur Árpád Schilling, der sich ganz der Psychologie und dem Spiel der Darsteller*innen widmet. Es ist ein Stück auch für das Berner Opernensemble, das sich zusammen mit unserer Opern-Chefdirigentin Alevtina Ioffe auf die Suche nach der Freiheit in der Partitur begibt. Musikalische Leitung: Alevtina Ioffe Regie: Árpád Schilling Bühne: Juli Balázs Kostüme: Axel Aust Choreografie: Craig Davidson Dramaturgie: Rainer Karlitschek In italienischer Sprache mit deutschen und ­französischen Übertiteln
Aufführungen | Tanz

Morgana

Stadttheater Bern

Uraufführung: 17.10.2026 Tanzstück von Giuseppe Spota mit einer Neukomposition für Orchester und Elektronik von Christof Littmann In seiner abendfüllenden Choreografie bezieht sich der Choreograf Giuseppe Spota auf alte italienische Er­zählungen, denen zufolge die Fee (ital. Fata) Morgana mit Luftspiegelungen Seefahrer oder auch Wüstenwan­derer in die Irre führte. Nicht länger auf Mythen beschränkt, basiert ihre Magie heute auf Daten und Morgana residiert auf unseren Bildschirmen: In Feeds erzeugt sie als endloser Strom kuratierter Gegenwart die Illusion von Realität und Nähe. Giuseppe Spota zeigt uns eine Welt voller Täuschungen und spiegelt unsere digitale Ära, in der soziale Medien schleichend die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen lassen. In einer extra für diesen Tanzabend in Auftrag ge­­gebenen Komposition von Christof Littmann verschränken sich orchestrale mit elektronischen Klängen zu einer vielschichtigen, schillernden Klangwelt, in der mythische Tiefe und digitale Flüchtigkeit einander durchdringen. Ein Tanzabend, der akustisch und ­visuell die Figur der Morgana mit den zeitgenössischen Illusionen digitaler Me­dien verbindet. Choreografie & Bühne: Giuseppe Spota Musikalische Leitung: Clément Lonca Musik: Christof Littmann Kostüme: Irina Shaposhnikova Dramaturgie: Isabelle Bischof, Bettina Fischer
Aufführungen | Oper

Tosca

Stadttheater Bern

Melodramma in drei Akten von Giacomo Puccini Dichtung von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach Victorien Sardou «Vissi d’arte, vissi d’amore» – «Für die Kunst habe ich gelebt und für die Liebe.» In einer Polizeidiktatur kämpft die Sängerin Floria Tosca um ihre grosse Liebe, den Maler Cavaradossi. Als der skrupellose Polizeichef Baron Scarpia sowohl Cavaradossi als auch sie selbst bedroht, scheut sie vor dem Äussersten nicht zurück und tötet den Widersacher. Das Glück mit ihrem Liebhaber bleibt ihr trotzdem verwehrt, denn der lange Arm des Polizeichefs reicht über dessen Tod hinaus: Cavaradossi wird erschossen und Tosca stürzt sich in den Tod. Giacomo Puccini war bei einer Aufführung von Sardous Theaterstück – obwohl er kein Wort des französischen Textes verstand – so von Sarah Bernhardt als Titelheldin hingerissen, dass er sogleich zu komponieren begann. Mit der Uraufführung der Oper im Januar 1900 begann die Erfolgsgeschichte von Puccinis bis heute meistgespieltem Werk, in dem er grossen Gefühlen wie eindringlicher Dramatik Raum gibt und schwelgende Melodien neben eine ungewohnt explizit vertonte Brutalität stellt. Bisher hat sich Raimund Orfeo Voigt in der Opernwelt mit seinen ebenso bildmächtigen wie scharf geschnittenen Bühnenbildern einen Namen gemacht – für die Bühnen Bern wird er nun das erste Mal eine Oper inszenieren. Regie & Bühne: Raimund Orfeo Voigt Chor: Zsolt Czetner Kostüme: Klaus Bruns Licht: Bernhard Bieri Kinderchor: Abélia Nordmann Dramaturgie: Rainer Karlitschek In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln. 2 Stunden 45 Minuten inkl. zwei Pausen
Aufführungen | Oper

La traviata

Stadttheater Bern

Premiere: 19.9.2026 Melodramma in drei Akten von Giuseppe Verdi Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Schauspiel La Dame aux camélias von Alexandre Dumas dem Jüngeren Als der italienische Komponist Giuseppe Verdi sich 1853 entschloss, eine Kurtisane zur Heldin einer Oper zu ­machen, war dies mehr als aussergewöhnlich, ja gar ein Skandal. Inspiriert wurde Verdi zu seiner Oper La ­traviata von der wahren Lebensgeschichte der nur ­wenige ­Jahre zuvor verstorbenen Marie Duplessis – von ­Alexandre Dumas dem Jüngeren in seiner Kameliendame festgehalten. Wie bei Dumas geht es aber auch Verdi nicht um die Abbildung einer Realität, sondern um das Erzählen einer Geschichte, um die Gratwanderung ­zwischen Schicksalhaftigkeit und Selbstbestimmung. Dieser Gegensatz prägt auch ­Violetta, von Krankheit ­bereits schwer gezeichnet, die sich vom rauschenden Pariser Nachtleben nicht lossagen kann. In Alfredo und seiner tiefen Liebe scheint sich ein Ausweg abzuzeichnen – doch die gesellschaftliche Moral wird ihr zum Verhängnis. Während die Figuren im Walzerrhythmus durch die Pariser Gesellschaft tanzen, zeigt Violettas Schicksal, wie schwierig es ist, der eigenen Herkunft zu entkommen. Nach seinen erfolgreichen Arbeiten Tosca sowie Hänsel und Gretel widmet sich Regisseur und Bühnenbildner Raimund Orfeo Voigt mit Verdis Erfolgsstück ­einem weiteren grossen Klassiker der Opernliteratur und schafft in seiner Auseinandersetzung mit dem Stoff ein Kaleidoskop von Erinnerungen. Wieder an seiner Seite: Opern-Chefdirigentin Alevtina Ioffe. Musikalische Leitung: Alevtina Ioffe Regie & Bühne: Raimund Orfeo Voigt Kostüme: Ursula Renzenbrink Dramaturgie: Rebekka Meyer In italienischer Sprache mit deutschen und ­fran­zösischen Übertiteln
Aufführungen | Tanz

Metaphysics

Stadttheater Bern

Was liegt hinter dem Messbaren? Mit dieser Frage haben wir zwei Choreografinnen beauftragt, in eine Welt ein­zutauchen, die all das Wahrnehmbare, das Empirische übersteigt. In ihren neuen Stücken suchen Sidonie Fossé und Rachelle Anaïs Scott nach dem metaphysi­schen Potenzial von Körpern in Bewegung. Sie for­schen nach ersten Gründen und letzten Prinzipien, dem Sinn und Zweck des gesamten Seins oder sogar nach der Realität an sich. Zwei unterschiedliche zeitgenössische Tanzspra­chen – atmosphärisch, choreografisch dicht und reich an Bildern –, die bewegen und in die Tiefe gehen. Sidonie Fossé hat 2023 den Berner Tanzpreis ge­wonnen und im Rahmen von Next Generation bereits ein Stück für Bern Ballett choreografiert. Rachelle Anaïs Scott arbeitet zum ersten Mal mit dem Ensemble von Bern Ballett. Als NEXT STEPS-Artist ist sie Teil des Pilotprojekts in Zusammenarbeit mit dem Migros­-Kulturprozent Tanzfestival Steps, der St. Gallen Dance Company und Bern Ballett. Choreografie: Sidonie Fossé Choreografie: Rachelle Anaïs Scott (NEXT STEPS-Artist) Bühne & Lichtdesign: Lukas Marian Kostüme: Irina Shaposhnikova Dramaturgie: Isabelle Bischof Dramaturgie: Bettina Fischer Ca. 1h und 45min mit Pause
Aufführungen | Oper

La forza del destino

Stadttheater Bern

Aus rassistischen Gründen lehnt der Vater Leonoras ihre Beziehung zu dem Fremden Alvaro ab. Die beiden wollen dennoch nicht voneinander lassen und beschliessen zu fliehen. Dabei wird Alvaro ungewollt zum Mörder des Vaters. Leonoras Bruder will seinen Vater rächen und es entspinnt sich ein Kreislauf der Gewalt. La forza del destino ist Giuseppe Verdis ausladendste Oper: ein spek­takuläres Gemälde von engen Familienbanden in Kriegszeiten, von Kirche, Weltflucht – wie ein Gemälde von Brueghel. Und egal wie sich die Protagonist*innen auch dagegenstemmen, sie erleben das Leben und die Welt als vom Schicksal bestimmt, ohne Ausweg und ohne Hoffnung auf Frieden und Verzeihen. Musikalische Leitung. Alevtina Ioffe Regie. Julia Lwowski Bühne. Yassu Yabara Kostüme. Romy Springsguth Video. Martin Mallon In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln ca. 3h 20min inkl. Pause
Aufführungen | Schauspiel

Blutbuch

Stadttheater Bern

Der Senkrechtstart von Kim de l’Horizon sucht seinesgleichen: Nachdem der Debütroman Blutbuch 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises gelandet war, folgte die Nominierung auch in der Schweiz, und nach dem Deutschen Buchpreis auch der Schweizer Buchpreis. Seither macht Kim de l’Horizon im gesamten Kulturbetrieb ordentlich Furore – und das zu Recht. Blutbuch ist ein vielschichtiges, zärtliches, radikales Buch, das gleich auf mehreren Ebenen revolutionär ist: Es handelt von einer Blutbuche und einem Kind, das von dem Baum lernen will. Es geht um Grossmeer, die eine Grossmutter und gleichzeitig unendlich weit ist, und um Meer, die Mutter ist und vielleicht auch eine Hexe. Es geht um weibliche Genealogie, nicht definierbare Körper und Verwandtschaft jenseits von Familie. Kim de l’Horizon lotet Grenzen aus, jene der Sprache ebenso wie jene des Geschlechts, nennt das Blutbuch einen Anti-Roman, die Schreibweise «écriture fluide». Nach dem Erfolg von Hänsel & Greta & The Big Bad Witch, dem Stück, das Kim de l’Horizon als Hausautor*in am Schauspiel Bern schrieb, wird in der Saison 2025/26 als Wiederaufnahme eine Adaption von Blutbuch in der Regie von Sebastian Schug in Bern zu sehen sein. Regie & Fassung: Sebastian Schug Ausstattung: Nico (Nicole) Zielke Dramaturgie: Julia Fahle 1h 45 Minuten TW: Die Inszenierung enthält Schilderungen von expliziten sexuellen Handlungen und rassistische Sprache.
Aufführungen | Schauspiel

Mogli oder this way is not the way to the waterfall (wirklich nicht)

Stadttheater Bern

Ralph Tharayil, Hausautor der Spielzeit 2024/25, hat sich in Bern mit seinem Debüt Nimm die Alpen weg sowie mit ergänzenden Texten zu Max Frischs Graf Öderland bereits vorgestellt. Im Januar 2026 wird sein neues Stück in der Vidmar 2 zur Uraufführung kommen. «Welcome to the jungle, we got fun and games», heisst es bei Guns N’ Roses. Vielleicht könnte man sagen, dass der Dschungel die Chiffre der Wildheit ist; dass im Dschungel die Trennlinie zwischen Wolf und Mensch verläuft; dass der Dschungel die Metapher ist für jene gnadenlose Logik, mit der der Körper zur postdigitalen Kapitalware geworden ist; dass es dieser Körper doch vielleicht einfach mal mit Gemütlichkeit probieren sollte – auf den Lieferando­-Bikes, in den Coltan­ Minen oder auf den Gerüsten der Baustellenwüsten; und dass dieser Körper ja doch menschlich sein könnte. Vielleicht so. Die Regisseurin Miriam Ibrahim wird den neuen Text von Ralph Tharayil in Bern zur Uraufführung bringen. Sie inszenierte «Blues in Schwarz Weiss» mit Gedichten von May Ayim und Texten von Julienne De Muirier, «Leyla.Fragmente» zum Thema Queerness und Islam mit Texten u.a. von Fatima Moumouni, «Adas Raum» von Sharon Dodua Otoo. Nach Arbeiten an den Münchner Kammerspielen, am Staatstheater Hannover, am Deutschen Nationaltheater Weimar und am Residenztheater München ist dies die erste Arbeit in Bern. Regie & Musik: Miriam Ibrahim Austattung & Video: Andrea Barba Dramaturgie: Julien Enzanza ca. 2h ohne Pause
Aufführungen | Musical

Jesus Christ Superstar

Stadttheater Bern

Als noch weitgehend unbekannter junger Komponist ver­fasste die spätere Musicallegende Andrew Lloyd Webber gemeinsam mit dem Textdichter Tim Rice Anfang der 1970er­Jahre jenes Musical, das zu einem ihrer grössten Erfolge überhaupt werden sollte und eine regelrechte «Jesusmania» auslöste: Jesus Christ Superstar. Gemein­sam ergründen die beiden Autoren Jesus von Naza­reths charismatische sowie seine menschliche, gerade­zu zerrissene Seite und zeichnen seine letzten Tage nach, von der Ankunft in Jerusalem bis zur Kreuzigung. Dabei beleuchten sie das Beziehungsgeflecht des Evangeliums auf eine Art und Weise, die in christlich­ konservativen Kreisen in den letzten Jahrzehnten und bis heute immer wieder auch Widerstand auslöst(e), etwa wegen Jesus’ Beziehung zu Maria Magdalena, der durchaus sympathischen Darstellung von Judas oder des zweifelnden Pontius Pilatus. Verpackt in Gestalt einer mitreissenden Rockoper mit bekannten Songs wie «I don’t know how to love him» und «Superstar» schrieb Jesus Christ Superstar Musikgeschichte und ist nun erst­mals auf der Bühne des Stadttheaters zu erleben – inszeniert von dem japanischen Regisseur Tomo Sugao. Musikalische Leitung: Hans Christoph Bünger Regie: Tomo Sugao Bühne & Video: Momme Hinrichs Kostüme: Gisa Kuhn Choreografie: Tabatha McFadyen Dramaturgie: Rebekka Meyer Licht: Christian Aufderstroth In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Aufführungen | Schauspiel

Demian

Stadttheater Bern

Der spätere Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse be­fand sich in einer Lebenskrise, als er 1917 in einem drei­wöchigen Schreibrausch Demian verfasste und unter dem Pseudonym Emil Sinclair veröffentlichte. Dieser beschreibt darin sein Erwachsenwerden: Er erfährt Demütigungen, sprengt die Grenzen seines strengen Elternhauses, durch­lebt Alkoholexzesse, verklärt eine erste Liebe und findet sich schliesslich in einem Lazarett des Ersten Weltkrieges wieder. An seiner Seite taucht immer wieder der ältere Schüler Demian auf, der ihn in seinen Fragen nach einer Verbindung von Gut und Böse und auf der Suche nach seinem eigenen Ich leitet und unterstützt. Denn beide wis­sen: Es steht der Zusammenbruch Europas bevor, und seine Wiedergeburt braucht neue Werte. «Letzten Endes sah auch diese Jugend nur klar, was sie nicht wollte: die tiefe innere Verlogenheit dieser alten untergangsreifen Gesellschaftskultur», schreibt die Rezen­sentin Lulu von Strauss und Torney 1922. Mit zunehmen­dem Erfolg seiner «Geschichte einer Jugend» sah Hesse sich gezwungen, das Pseudonym zu lüften, das er ge­wählt hatte, «um die Jugend nicht durch den bekannten Namen eines alten Onkels abzuschrecken», und der er trotzdem aus der Seele gesprochen hatte. Nach Nimm die Alpen weg inszeniert der Schweizer Schauspieler und Regisseur Marin Blülle zum zweiten Mal in Bern. Regie: Marin Blülle Austattung: Louis Panizza Musik: Oh No Noh (Markus Rom) Licht: Reto Dietrich Dramaturgie: Krystian Podwórny
Aufführungen | Schauspiel

Die kleinen Meerjungraun

Stadttheater Bern

Das neue Stück von Kim de l’Horizon ist eine Überschrei­bung des Märchenstoffes um die kleine Meerjungfrau. Es ist eine Geschichte über die Sehnsucht nach einem anderen Körper, den Traum von der einzigen wahren Liebe und den Preis, den gesellschaftlicher Aufstieg fordert. An seinem 15. Geburtstag darf das kleine Meer­jungrau endlich an die Meeresoberfläche schwim­men – und entdeckt Ungeheuerliches: einen Marcomann! Wunderschön und auf geraden Beinen. Sofort wird das Meerjungrau von wilden Wünschen gepackt, halb Begehren, halb die Sehnsucht, anders zu sein. Im Tausch für die neue Norm und ein besseres Leben verzichtet es auf Flutschigkeit, schillernde Schuppenpracht und seinen grossen glitzernden Schwanz – und zahlt dafür in der neuen Welt mit Unsichtbarkeit und Schweigens. Kim de l’Horizon ist seit dem Schweizer wie dem Deutschen Buchpreis politisch wie literarisch eine Grösse – und in Bern seit der Hausautor*innenschaft 2021/22 und zwei Inszenierungen bekannt (Hänsel & Greta & The Big Bad Witch sowie Blutbuch). Den neuen Stückauftrag bringt das Trio ACE (Alia Luque, Christoph Rufer, Ellen Hofmann) auf die Bühne. Regie: Alia Luque (Trio ACE) Bühne: Christoph Rufer (Trio ACE) Kostüme: Ellen Hofmann (Trio ACE) Licht: Jonas Bühler Dramaturgie: Felicitas Zürcher ca. 1h 30 Minute
Aufführungen | Tanz

Tanzfestival Steps: Twi/light

Stadttheater Bern

Night Shining Clouds Choreografie: Marioenrico D'Angelo (NEXT STEPS-Artist) Bühne: Verena Hemmerlein Kostüme: Irina Shaposhnikova Vanishing Point Choreografie: Rachelle Anaïs Scott (NEXT STEPS-Artist) Bühne: Lukas Marian Kostüme: Mikaela Kelly Als grösstes Tanzfestival der Schweiz bringt das Migros­-Kulturprozent Tanzfestival Steps alle zwei Jahre herausra­gende Werke des aktuellen zeitgenössischen Tanzschaf­fens flächendeckend im ganzen Land auf die Bühne. Diesmal mit dabei: Bern Ballett und die St. Gallen Dance Company. Im Rahmen des Pilotprojekts NEXT STEPS sind für die beiden Ensembles zwei choreografische Arbeiten entstanden, die nun gemeinsam auf Tour gehen: Night Shining Clouds von Marioenrico D’Angelo und Vanishing Point von Rachelle Anaïs Scott. Vom 5. bis 29. März 2026 findet bereits die zwanzigste Ausgabe von Steps statt.

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